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Runkel: Drei Tote bei Arbeitsunfall in Lederfabrik

Schwerer Arbeitsunfall in kleiner Gerberei - zwei weitere Arbeiter schweben noch in Lebensgefahr

Runkel | 17. April 2026 | (ww). Bei einem Arbeitsunfall in Runkel im Landkreis Limburg-Weilburg sind gestern am späten Nachmittag drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere Mitarbeiter des Betriebes mussten reanimiert werden und wurden mit Hubschraubern in Krankenhäuser gebracht. Sie befinden sich nach Angaben der Polizei auch am Freitag immernoch in einem kritischen Zustand.

In der Lederfabrik und Pelzgerberei war es am Donnerstagnachmittag zu dem schweren Arbeitsunfall gekommen. Die drei getöteten Arbeiter sollen 38, 58 und 59 Jahre alt gewesen sein, so bislang unbestätigte Meldungen. Der genaue Ablauf, der zu dem targischen Unfall führte, ist noch unklar. Laut Polizei wurden die fünf Kollegen am Nachmittag von einem Mitarbeiter der Fabrik reglos in einer Grube der Gerberei gefunden. Es besteht die Möglichkeit, dass es zu einer Kohlenmonoxid-Vergiftung beim Abstieg in eine Grube gekommen ist. 150 Einsatzkräfte waren bei zunächst sehr unklarer Lage im Einsatz.

„In dieser Klärgrube sind die Endprodukte der Gerberei, und die können natürlich auch Dämpfe entwickeln“, so Kreisbrandmeister Rene Schultheis am Donnerstag gegenüber dem Hessischen Rundfunk. In der Grube seien Gase gemessen worden, die für das Unglück ursächlich sein könnten, so Schultheis. Einen Gefahrstoffaustritt habe es aber nicht gegeben. Für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden.

Weil zunächst gefährliche Stoffe vermutet wurden, wurden die Einsatzkräfte, die direkt mit den Verletzten in Kontakt standen, dekontaminiert und ärztlich untersucht. Betroffen waren davon rund 50 Einsatzkräfte.

Hessens Innenminister Roman Poseck hat den Unglücksort gestern gegen 21 Uhr besucht und sich anschließend wie folgt geäußert: „Hessen trauert um die Menschen, die durch eine schreckliche Tragödie ihr Leben verloren haben. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen und den Schwerverletzten in diesen für alle sehr schweren Stunden. Mein großer Dank gilt den Einsatzkräften, vor allem der Feuerwehren aus dem Landkreis Limburg-Weilburg. Sie haben sofort höchst professionell in einer für alle besonders herausfordernden und zunächst schwer einzuschätzenden Lage gehandelt. Mein Dank gilt auch den Einsatzkräften der Polizei, der Rettungsdienste und den Seelsorgern, die ebenfalls mit sehr großem Engagement vor Ort tätig sind und waren. Die Ereignisse haben alle zutiefst erschüttert. Im Namen der Hessischen Landesregierung spreche ich auch Bürgermeisterin Antje Hachmann meine Anteilnahme zu diesem fürchterlichen Ereignis aus, das auch die Stadt Runkel in große Trauer versetzt hat.“

Quelle: Meldungen der Polizei Westhessen, übermittelt über newsaktuell und Nachfragen dazu

Foto: privat