Lahnstein | 21. Oktober 2026 | Willi Willig. Man sieht es Christoph Noack und auch Ralf Hennrich an: beiden fällt gestern bereits kurz VOR vier Uhr ein Stein vom Herzen! Monatelang hat das Gespann aus hauptamtlichem Wirtschaftsförderer (Noack) und ehrenamtlichem ULL-Mitglied und „Lahnsteiner mit Herz für die Stadt“ (Hennrich) für „ihr“ Projekt Wochenmarkt hinter den Kulissen gewirkt. Und gestern Nachmittag zeigte sich bereits VOR der offiziellen Eröffnung: die beiden – sowie alle weiteren Unterstützer – haben alles richtig gemacht: der Schillerpark platzte förmlich aus allen Nähten. Erfreulich viele Lahnsteiner haben durch ihre Teilnahme abgestimmt: der Wochenmarkt ist eine mega Idee!
Interview und Rundgang mit Marktmeister Christoph Noack im Live-Video:
Dass Lahnstein ein Wochenmarkt-Angebot vertragen könnte war eigentlich klar – die Zeit war einfach reif. Wochenmärkte mit regionalen Produkten sind derzeit mehr als „trendy“. Gut gemachte Wochenmärkte funktionieren – für Beschicker, wie für Kunden. Fast in der Nachbarschaft gab es mit dem Ehrenbreitsteiner Wochenmarkt auch ein gutes Beispiel, für das, was sehr gut funktioniert. Warum also alles neu erfinden, wenn man durch Erfahrungen Fehler vermeiden kann? Das Sortiment, also die Beschicker, ist dabei nur eine Voraussetzung, Veranstaltungsort und vor allem auch Zeit sind aber ebenfalls ganz entscheidende Punkte. Die Entscheidung für den Dienstag-Feierabend war goldrichtig. Eher auf Skepsis stieß im Vorfeld der Veranstaltungsort: den Schillerpark hatte auch so mancher Lahnsteiner „nicht auf dem Schirm“. Ich als Fachbacher musste ehrlich gesagt vor meinem Besuch auch erst mal googeln. 😉
Und wenn wir schon bei der Ehrlichkeit sind: ich war im Vorfeld von der location auch nicht so ganz überzeugt. Das ist aber seit gestern Geschichte: der Schillerpark funktioniert. Und der Wochenmarkt funktioniert auch – und wie! Die Location hat echte Aufenthaltsqualität und auch ausreichend Platz für sicherlich folgende Erweiterungen. Mit einem Weinstand und einem Stand der auch Kaffee anbietet, war auch bei sicherlich nicht optimalem Wetter die Mischung aus Händler- und gastronomischem Angebot ein Punkt der überzeugte. Auch das ist sicherlich noch ausbaufähig – aber jetzt mal im Ernst: das haben Marktmeister Christoph Noack und Ralf Hennrich mit der beharrlichen Ansprache für Beschicker zur Premiere bestens umgesetzt. Die Frage, ob denn Besucher den Schillerpark finden, bzw. als Marktstandort akzeptieren ist eindeutig mit Ja beantwortet. Und auch die Theorie, es gebe rundherum keine Parkplätze ist widerlegt: ausreichend Parkplätze waren (wörtlich!) rundherum während der gesamten Veranstaltungsdauer trotz sehr gutem Zuspruch noch in fußläufiger Entfernung verfügbar.
Dass ich weiß, wovon ich in Sachen Marktbeschickung spreche, dürfte vielen der 56aktuell-Leser nicht neu sein. 28 Jahre lang durfte ich als Marktmeister den Bad Emser Bartholomäusmarkt, aber auch zahlreiche Veranstaltungen und Märkte in der Region begleiten, gestalten und (mit)organisieren. Da ist es kein Geheimnis, dass gerade für eine Erstauflage viel Initiative, eine Engelsgeduld und manchmal auch ein Quäntchen Überzeugungskraft inklusive Überredungskunst notwendig ist. Schließlich versprechen sich die Beschicker ja Umsätze, die natürlich noch keine neue Veranstaltung vorweisen kann. Keiner der Beschicker besucht einen solchen Markt aus rein „caritativen“ Gesichtspunkten oder reiner Heimatverbundenheit. Am Ende muss sich der Einsatz lohnen, vielleicht nicht beim ersten Mal, aber danach auf jeden Fall recht schnell. Mein Fazit hierzu: die Premiere war dermaßen stabil aufgestellt, dass es aus dem Stand gelungen sein dürfte, das Interesse bei weiteren Beschickern zu wecken. Der Zuspruch der Lahnsteiner und Lahnsteinerinnen hat sein Übriges dazu getan. Ich freue mich auf den nächsten Lahnsteiner Wochenmarkt am kommenden Dienstag ab 16 Uhr!











