Region | 16. Oktober 2026 | (Willi Willig). Gestern war es genau einen Monat her. Zum ersten Mal seit Jahren saß ich mit Andy Walther vom rheinlahner WIR! Im Rhein-Lahn-Kreis auf eine sehr gute Tasse echten italienischen Kaffee bei Matteo Crocco in seinem Eiscafé Crocco in der Bad Emser Lahnstraße zusammen. Andy und ich kennen uns aus einem „früheren Leben“, hatten uns aber aus den Augen verloren, wie das manchmal eben so ist im Leben. Bis dann – Anfang September – mein Telefon klingelt und Andy fragt, ob ich mir vorstellen könne ein „Herzensprojekt“ im Bereich von Bad Ems mit 56aktuell zu unterstützen. Kurz umriss er am Telefon das Wirken von Lili Klems mit Lili Klems Biogemüse auf dem Bad Emser Ehrlichplateau und veränderte damit meine Wahrnehmung einer Unternehmerin direkt vor meiner Haustüre. Auch das ist eigentlich nichts Ungewöhnliches, manchmal braucht es eben einen Anstoß von außen, um den Fokus mal wieder zu justieren. Das hat Andy mit wenigen Worten geschafft. Und das ist das, was Andy echt gut kann, hab ich dann zum zweiten Mal in meinem Leben, schnell feststellen dürfen. Manchmal mit wenigen Worten, manchmal auch mit einigen mehr.
Doch zunächst zurück zu jenem Treffen bei Matteo. Sehr schnell war (wieder) klar, was wir ja eigentlich schon vor Jahren wussten: wir beide „ticken“ ähnlich, unsere Herzen schlagen für die Region. Die Schwerpunkte vom rheinlahner und von 56aktuell ergänzen sich ideal – eine Kooperation war geboren, ein weiterer Spitzenkaffee von Matteo besiegelte das Vorhaben. Erste gemeinsame Termine fanden statt, zum Beispiel beim Bogeler Markt. Dort durfte ich dank Andy`s Reputation bei den Beschickern eine ganze Menge interessanter Menschen und Unternehmer kennenlernen. Bianca und Siggi Mallasch vom Brunnenhof-Grebenroth und Kevin Tönges vom Ziegenhof Tönges aus Heidenrod-Niedermeilingen zum Beispiel und viele Weitere. Wie ideal sich die 56aktuell und der rheinlahner ergänzen, zeigte sich dort beim Besuch der Freiwilligen Feuerwehr Bogel am Grill – Willi Willig ist durch den Schwerpunkt von 56aktuell in der Blaulichtfamilie eben alles andere als ein Fremder. 😉 Die Idee der Kooperation hatte sich sehr schnell mit Leben gefüllt.
So schnell, dass ich ehrlich gestehen muss: jemanden mit der Energie von Andy Walther gibt es nicht allzu oft. Mit seiner Schlagzahl mitzuhalten ist so manchesmal eine echte Herausforderung. Die nehme ich aber gerne an. Weil ich seitdem wieder nochmehr das erlebe, was mich ursprünglich zu diesem Beruf geführt hat: jeden Tag neue, interessante Menschen, Unternehmer, Projekte und Ideen kennenlernen. Da hilft – wie so oft – mal der Blick von außen und die Erweiterung des Fokus.
Und da sind wir wieder bei dem, was ich ganz oben bereits erwähnt habe: Das ist das, was Andy Walther kann – manchmal mit ganz wenigen Worten, manchmal mit einigen mehr. Aber eben mit „den richtigen“. Und dazu auch noch mit eindrucksvollen Bildern. Nicht mit komplizierter Beleuchtung oder teurer Spiegelreflex-Kamera. Sondern aus der Hand. Mit dem Handy. Das Portrait von Harald Rammersbach aus Ruppertshofen ist da ein sehr gutes Beispiel. Ich habe ihn noch nie getroffen, ich war beim Termin nicht dabei. Aber durch Andys Worte und Bilder bin ich so nah dran, wie ich es sonst eigentlich nur nach einem eigenen, langen Gespräch im echten Leben kenne. Danke dafür, Andy Walther, und Danke für den Anruf Anfang September, den Grundstein für eine megainteressante Kooperation von 56aktuell dem rheinlahner und sehr vielen interessanten Menschen in der Region! Und weil Andys Portrait nur im Original wirkt, ist es hier (mit Andys Zustimmung natürlich) im Original:
Harald Rammersbach ist seinen Tieren und der Scholle tief verbunden
Harald Rammersbach, Landwirt im Ruhestand aus Ruppertshofen – ein Leben für seine Tiere, Feld und Familie
Ruppertshofen / Rhein-Lahn-Kreis. Manchmal braucht es nur einen Besuch, ein offenes Gespräch und einige ruhige Minuten mit einem so beeindruckenden Menschen wie Harald Rammersbach zwischen seinen Tieren, auf dem Feld und Hof, um zu spüren: Hier lebt ein beeindruckender Mensch sein Leben mit Herz, Bodenständigkeit und einer tiefen Verbundenheit zur Schöpfung, der eigenen Scholle und seinen Tieren.
Bei Harald Rammersbach aus Ruppertshofen durfte ich genau das erleben
Harald ist Landwirt im Ruhestand. Doch wer ihn kennenlernt, merkt schnell: Die Landwirtschaft ist für ihn nie nur ein Beruf gewesen. Sie ist ein Teil von ihm. Sein Leben lang ist er zusätzlich zu seiner Landwirtschaft in Holzhausen arbeiten gegangen und hat den Hof im Nebenerwerb geführt. Morgens und abends – und manchmal auch mitten in der Nacht – stand er im Stall bei seinen Kühen und hat gemolken, gefüttert und gemistet. Tag ein, Tag aus, viele Jahre lang.
Das ist keine leichte Aufgabe, wenn man daneben noch einer festen Arbeit nachgeht. Aber Harald hat es durchgezogen – mit Ausdauer, Disziplin und einer stillen Liebe zu dem, was er tut und lebt.
Tiere, die ihm nicht nur vertrauen – sie können ihn „lesen“
Besonders beeindruckt haben mich seine Kühe, Rinder und die wunderschönen Ziegen. Harald holt zwei Kühe von der Weide – sie kommen freudig angelaufen und hören aufs Wort. Kein großes Treiben, kein Stress. Sie kennen ihn, sie vertrauen ihm. Man sieht und spürt förmlich, dass hier nicht einfach nur „Vieh“ gehalten wird, sondern Tiere, die ihren Menschen kennen, der sich jeden Tag um sie kümmert.
Da ist schon einiges mehr als nur Vertrauen. Das ist echte Verbundenheit zwischen Tier und Mensch und Mensch und Tier. Die Kühe zum Beispiel konnten Harald regelrecht lesen, und er sie ebenso. Eine kleine Geste, ein leises „Kommando“ von Harald, und die Kühe reagieren sofort – die beiden Hunde ebenso. Das war ein eindrucksvoll anzuschauendes Teamspiel. Ein Wort, ein Begriff fällt mir sofort dazu ein: Harmonie!
Auch seine Hunde gehören für ihn selbstverständlich zur Familie, zu seinem Leben. Bei Harald spürt man: Tiere sind keine Nummern und kein reines Einkommen. Sie sind Mitbewohner und Gefährten seines Lebens. Wer so mit Tieren umgeht, hat etwas verstanden, das man nicht lernen kann, wenn man es nicht selbst lebt.
Sein Placken und die violetten Kartoffeln
Und dann ist da noch sein „Placken“ – ein Gartenstück mitten im Feld der Gemarkung Ruppertshofen, das Harald pflegt und hegt. Für ihn ist das nichts Nebensächliches. Es ist sein Stück Erde, sein Garten, sein kleiner Bereich, in dem er etwas wachsen lässt und sich mit Sorgfalt um Kohl, Kürbisse, seine Blumen und die Kartoffeln kümmert.
Dieses Jahr hat er dort violette Kartoffeln geerntet. Eine besondere Sorte, die nicht nur auf dem Teller auffällt, sondern auch zeigt, wie viel Freude in so einem kleinen Stück Land stecken kann.
Wer mit den eigenen Händen arbeitet, sät, pflanzt, hackt und erntet, der weiß: Eine gute Ernte ist neben der Arbeit, die darin steckt, immer auch verbunden mit einem großen Stück Dankbarkeit dafür, dass etwas geerntet werden kann.
Kaffee, Kuchen und ein Leben voller Arbeit
Am späten Nachmittag saßen wir dann bei Kaffee und Kuchen in der Küche – bei Harald und seiner lieben Frau Ilona. So ein Gespräch in der „guten Stube“ sagt oft mehr über einen Menschen aus als jedes lange Interview.
Hier wurde nicht von Harald und Ilona Rammersbach über die eigenen Anstrengungen eines gemeinsamen Lebens in der Landwirtschaft schwadroniert, hier wurde einfach erzählt. Vom Leben, von der Arbeit, von den Tieren, von guten und manchmal schwierigen und anstrengenden Zeiten.
Und genau das hat mich bei diesem Besuch so berührt: Harald Rammersbach ist kein Mensch, der sich selbst groß in den Vordergrund stellt. Er ist einer, der sein Leben in und für die Landwirtschaft gelebt hat – mit beiden Händen fest anpackend, bodenständig, mit Verantwortung und Respekt vor der Schöpfung und mit viel Herz.
Für mich war dieser Besuch bei Harald und Ilona Rammersbach in Ruppertshofen ein besonderes Erlebnis. Ein Stück echtes und ursprüngliches Landleben, ehrliche und warmherzige Menschlichkeit und ein schönes Beispiel dafür, was unsere Region oft ausmacht: Menschen, die oft still und verlässlich ihren Teil dazu beitragen, dass unser Rhein-Lahn-Kreis lebenswert ist und bleibt.
Liebe Ilona, lieber Harald, ihr habt mir ein großes Geschenk gemacht.
Zunächst: euer Vertrauen! Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass man einen fremden Menschen auf seinem Hof und in seinem Leben so empfängt, fotografieren und Fragen stellen lässt, wie ihr beide das mit mir getan habt. VIELEN DANK dafür!
Einen so gutherzigen und aufrichtigen Menschen wie Harald Rammersbach porträtieren und kennenlernen zu dürfen, war und ist mir eine Ehre!
Von Andy Walther
Fotos © 2026 by Andy Walther





































