Feuerwehrnachwuchs stellt Ausbildungsstand unter Beweis

von Koblenz

37 Heranwachsende absolvieren „Gesellenprüfung der Jugendfeuerwehr in Katzenelnbogen“

Rhein-Lahn. Die Jugendfeuerwehren sind der Nachwuchs-Pool der Feuerwehren – nicht nur in Rheinland-Pfalz. Allerdings sind die Mitglieder der Jugendfeuerwehren damit auch die Garantie künftiger Sicherheit für Leib, Leben und Besitz. Damit es auch in den kommenden Jahrzehnten Menschen gibt, die dazu ausgebildet sind, im Not- oder Katastrophenfall effektiv und schnell Hilfe zu leisten, beginnt die Feuerwehrarbeit – von der Öffentlichkeit leider immer noch noch viel zu wenig beachtet – in Rheinland-Pfalz im zarten Alter von sechs Jahren. Immer mehr Einheiten, auch im Rhein-Lahn-Kreis bieten Bambini-Wehren an, in denen der selbstlose Dienst am Nächsten bereits spielerisch erlernt wird. In der Regel geht es mit zehn Jahren dann in die Jugendfeuerwehren über – Quer- und „Spät“einsteiger sind natürlich stets Willkommen. Ab dem Alter von 16 Jahren ist dann der aktive Dienst in einer der Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren möglich, erfolgreich durchlaufene Grundausbildung vorausgesetzt.

Schon in der Jugendfeuerwehr stellen die Jungfeuerwehrmänner und erfreulicherweise immer öfter auch -frauen in standardisierten Wettbewerbsformaten ihren Ausbildungsstand unter Beweis. Bis zu drei Stufen der so genannten Jugendflamme können absolviert werden – die „Königsklasse“ der Ausbildungsbestätigung in der Jugendfeuerwehr ist allerdings die Leistungsspange.

Bei dieser, im Erfolgsfall durch ein Abzeichen dokumentierten, „Gesellenprüfung der Jugendfeuerwehr“ steht die Kernkompetenz des Feuerwehrdienstes im Vordergrund: die Teamleistung. Bislang war es dazu erforderlich, dass Einheiten ihre Jugendwehr in Gruppenstärke 1/8, das bedeutet ein Gruppenführer, sowie acht unterstellte Feuerwehrleute) zur Prüfung anmelden, in Rheinland-Pfalz und somit auch bei der Abnahme für den Rhein-Lahn-Kreis in Katzenelnbogen, geht das als Pilotprojekt bereits auch in Staffelgröße 1/5. Das trägt der allgemein leider rückläufigen Bereitschaft Rechnung, sich für das Ehrenamt bereit zu erklären.

Auf dem Sportplatz am Schulzentrum erwartete am Samstag, 2. Oktober, ein Parcours mit fünf Stationen die Jugendfeuerwehrleute aus Nastätten, Welterod, Miehlen, Holzhausen, Bogel, Obertiefenbach, Lahnstein, Bad Ems und Nievern. Die meisten Teilnehmer stellte dabei die Einheit aus Miehlen – die Freiwillige Feuerwehr aus der knapp 2000-Seelen-Taunusgemeinde startete gleich mit zwei Staffeln in die Prüfung, andere Orte und Städte bildeten Staffelgemeinschaften. An den fünf Stationen wurden sowohl Feuerwehrpraxis mit Löschangriff und Schnelligkeitsübung, als auch die Theorie mit Feuerwehrwissen und Allgemeinbildung, sowie die sportliche Leistungsfähigkeit beim Kugelstoßen und 1000-Meter-Staffellauf abgefragt. Bestehen konnten die Jugendlichen dabei nur im Team – die ganze Gruppe ergänzt sich mit den Talenten des Einzelnen, eventuell Schwächere werden durch die Gruppe, bzw. Staffel ausgeglichen. Zusätzlich bewertet wird dabei noch ganz „oldschool“ das gesamte Auftreten der Gruppe, bestehend aus Disziplin, Konzentration und Anzugsordnung – Eigenschaften die für die gesamte Entwicklung der Jugendlichen vielleicht noch genauso wichtig sind, wie für den späteren aktiven Feuerwehrdienst. (Eine Anmerkung des Autors an dieser Stelle: gerade die Vermittlung dieser zuletzt genannten Eigenschaften erreicht heutzutage große Teile der Heranwachsenden viel zu wenig, nicht zuletzt durch den Wegfall von der Pflicht zu Wehr- oder Zivildienst.)

Bis in den Nachmittag hinein stellten die diversen Staffeln ihren Ausbildungsstand unter Beweis. Gegen 15 Uhr stand fest: ALLE haben das Ausbildungsziel erreicht und bekamen – coronakonform mit der kameradschaftlichen Feuerwehr-Faust statt Handschlag zur Gratulation – durch ihre Ausbilder die begehrte und verdiente Leistungsspange an die Uniform geheftet.

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