Home Blaulicht Koblenz: 500-Kilo-Bombe wird am Mittwoch im Gülser Moselbogen entschärft

Koblenz: 500-Kilo-Bombe wird am Mittwoch im Gülser Moselbogen entschärft

Gleiches Vorgehen wie beim Fund einer ähnlichen Bombe vor fast genau einem Jahr - 1100 Menschen werden evakuiert

Koblenz | 5. April 2026 | (ww). Bei Baggerarbeiten im Rhein im Bereich der Baustelle für den Neubau Pfaffendorfer Brücke wurde am Donnerstag ein Blindgänger gefunden (56aktuell berichtete). Wie nun bestätigt wurde handelt es sich dabei um eine 500-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg mit einem intakten und einem abgebrochenen Zünder. Diese wurde bei den Baggerarbeiten im Abrau auf dem Baggerschiff entdeckt. Das Baggerschiff wurde noch im Laufe des Donnerstagabends zur Sicherung in die Moselschleuse in Koblenz gefahren und wird dort bewacht, auch darüber berichtete 56aktuell. Laut Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz darf die Bombe vom Schiff nicht umgelagert werden. Die Entschärfung muss demnach auf dem Schiff erfolgen.

Bei einer Lagebesprechung am Samstagnachmittag haben die beteiligten Stellen und Behörden nun das weitere Vorgehen besprochen. Entschärft werden soll die Bombe am kommenden Mittwoch, 8. April. Als Entschärfungsort ist dafür eine Stelle im Bereich des Gülser Moselbogens vorgesehen. Der Evakuierungsradius beträgt 1000 Meter. Dort war bereits Anfang April 2025 ebenfalls ein Blindgänger auf dem identischen Baggerschiff entschärft worden, das auch dieses Mal betroffen ist. Am 1. April 2025 war ebenfalls bei Baggerarbeiten an der Pfaffendorfer Brücke eine amerikanische 500-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg mit zwei intakten Zündern im ausgebaggerten Material auf dem Schiff entdeckt worden.

„Die im vergangenen Jahr beim ersten Bombenfund im Rhein gemachten, guten Erfahrungen haben uns dazu bewogen, erneut im Gülser Moselbogen zu entschärfen“, erklärt Bürgermeisterin Ulrike Mohrs. Am ursprünglichen Fundort im Rhein hätten rund 16.000 Personen und diverse Einrichtungen evakuiert werden müssen. Am nunmehr wieder ausgewählten Entschärfungsort auf der Mosel beläuft sich die Zahl der zu evakuierenden Personen dagegen auf nur rund 1100.

 

Betroffen ist dort ein Bereich des Stadtteils Lay, die dortige Kindertagesstätte sowie der Campingplatz Güls, der Sportboothafen, die Bahnstrecke entlang der Mosel und die Bundesstraßen 416 und 49. Die Bundesstraße 327 (Hunsrückhöhenstraße) wird befahrbar bleiben. Am Entschärfungstag, Mittwoch, 8. April, muss der Evakuierungsbereich bis 8.30 Uhr verlassen sein. Ab diesem Zeitpunkt darf sich außer den Einsatzkräften niemand mehr in der Evakuierungszone befinden. Erst nach Abschluss der Evakuierung kann der Kampfmittelräumdienst mit der Entschärfung auf dem Baggerschiff auf der Mosel beginnen.

Für zu betreuende Kinder aus der Kindertagesstätte ebenso wie für weitere Betroffene werden im Stadtteil Lay Aufenthaltsmöglichkeiten geschaffen. Die Kinder der Kindertagesstätte Lay, die nicht privat betreut werden können, kommen ab 8 Uhr in der Legiahalle unter und werden dort während der Evakuierungsmaßnahme zusätzlich neben dem Kita-Personal von Kräften des Jugendamtes betreut.

Wer während der Evakuierung nicht anderweitig unterkommt, kann sich ebenfalls ab 8 Uhr in der Legiahalle einfinden, die als Aufenthaltsort zur Verfügung stehen wird. Haustiere können nicht mitgebracht werden, Verpflegung steht dort nicht zur Verfügung.

An die von der Evakuierung betroffenen Haushalte werden im Laufe des Karsamstags entsprechende Handzettel mit detaillierten Informationen verteilt. Für Fragen aus der Bevölkerung ist ab sofort bei der Feuerwehr Koblenz ein Bürgertelefon unter der Rufnummer 0261/40404-8000 eingerichtet.

Aktuelle Informationen zur Bombenentschärfung sind außerdem jederzeit unter www.koblenz.de/bombe zu finden.

Quelle und Foto: Stadt Koblenz/Andreas Egenolf