Koblenz | 3. April 2026 | (ww). In Koblenz wurde gestern ein „Kampfmittel“ aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Bislang sind nur wenig Informationen dazu veröffentlicht worden. In einer kurzen Pressemiteilung der Stadt Koblenz gestern Abend um 19.19 Uhr heißt es
Im Laufe des Gründonnerstags, 2. April, wurde bei Bauarbeiten in Koblenz ein Kampfmittel entdeckt und gesichert. Von dem Fund geht keine Gefahr für die Bevölkerung aus. Eine Entschärfung der Bombe ist im Laufe der kommenden Woche nach den Osterfeiertagen geplant. Über das weitere Vorgehen und den genauen Termin werden sich die beteiligten Stellen und Behörden am Karsamstag, 4. April, am Nachmittag in einer Lagebesprechung beraten. Hiernach erfolgt dann eine weitere Pressemitteilung mit detaillierten Informationen.
Nach noch nicht offiziell bestätigten 56aktuell-Informationen wurde die Weltkriegshinterlassenschaft bei Baggerarbeiten im Rhein an der Pfaffendorfer Brücke entdeckt und befindet sich jetzt auf dem Baggerschiff , dass in der Koblenzer Moselschleuse angelegt hat. Das Szenario erinnert – auch vom bisher verfügbaren Bildmaterial – erstaunlich an den Fund einer Fliegerbombe am 1. April des vergangenen Jahres, also bis auf einen Tag genau vor einem Jahr.
Rückblick: Bei Baggerarbeiten im Rhein im Bereich der Pfaffendorfer Brücke wurde (auch) damals ein Blindgänger gefunden. Es handelte sich dabei um eine 500-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg mit zwei intakten Zündern. Die Bombe wurde damals bei Baggerarbeiten auf dem Baggerschiff entdeckt und durfte nicht mehr umgeladen werden. Das Schiff wurde dann zur Sicherung in die Moselschleuse Koblenz gefahren, die Entschärfung sollte drei Tage später auch auf dem Schiff erfolgen.
Auf der Suche nach dem geeigneten Ort für die Entschärfung war die Entscheidung damals nach Abwägung des geringstmöglichen Evakuierungsaufkommens und der besten Infrastruktur auf eine Stelle im Bereich des Gülser Moselbogens gefallen. Der notwendige Evakuierungsradius aufgrund der Bombengröße betrug 1.000 Meter. Am ursprünglichen Fundort im Rhein hätten deswegen rund 16.000 Personen und diverse Einrichtungen evakuiert werden müssen. Am ausgewählten Entschärfungsort auf der Mosel belief sich die Zahl der zu evakuierenden Personen „nur“ auf rund 1.000. Betroffen waren ein Bereich des Stadtteils Lay, die Grundschule Lay, die dortige Kindertagesstätte, sowie der Campingplatz Güls und der Sportboothafen.
56aktuell berichtete damals über den Fund und die Entschärfung: der Blick auf das Beitragsbild aus dem April 2025 zeigt dasselbe Baggerschiff in der Moselschleuse, nur von der anderen Seite aus. Möglich erscheint nun – bislang ohne offizielle Stellungnahme – eine ähnliche Vorgehensweise wie vor einem Jahr. Details gibt es auch hier, morgen Nachmittag nach der oben angekündigten Lagebesprechung.
Fotos: Fabrizio Reinhold für 56aktuell

