Home » Koblenzer steigen der ganzen Welt aufs Dach

Koblenzer steigen der ganzen Welt aufs Dach

Die Schutzhülle für den Unglücksreaktor in Tschernobyl, das Stadio delle Alpi in Turin, der King Abdullah Airport in Dschidda, Saudi-Arabien, oder die spektakuläre Kugel MSG Sphere in Las Vegas - alles zumindest teilweise "made in Koblenz.

Koblenz. Das Stadio delle Alpi in Turin, der King Abdullah Airport in Dschidda, Saudi-Arabien, oder die spektakuläre Kugel MSG Sphere in Las Vegas. All diese beeindruckenden Gebäude haben eine Gemeinsamkeit: Ihre Dächer oder Oberflächen kommen aus Koblenz. Seit 1968 produziert die Firma Kalzip Dach- und Fassadensysteme auf modernen Rollformanlagen sowie Gebäudehüllen aus Metall und Aluminium. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Oster hat das Koblenzer Unternehmen besucht und sich mit Vertriebsleiter Christoph Schmidt und weiteren Kollegen ausgetauscht.

Jeder kennt Projekte, bei denen das Koblenzer Unternehmen Kalzip mitgewirkt hat. Auf der ganzen Welt werden die Dach- und Fassadensysteme made in Koblenz verbaut. Einen spannenden Einblick in die Geschichte und Gegenwart des Unternehmens bekam der CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Oster bei seinem Besuch in der Firma. Von links: Vertriebsleiter Christoph Schmidt, MdB Josef Oster, Leiter Einkauf Thorsten Klein und Öffentlichkeitsreferent Yannick de Beauregard. Foto: Michaela Cetto

Schlagzeilen hat die Firma unter anderem schon 2016 gemacht, als sie die neue Schutzhülle des verunglückten Reaktors von Tschernobyl fertigte. Aber auf die erst im September eröffnete futuristische Eventlocation im US-Bundesstaat Nevada schaut die ganze Welt. Es soll das größte Kugelbauwerk sein, die es je gab. Die Außenhülle ist eine gigantische Leinwand in der Größe von acht Fußballfeldern und zeigt sich mal als Erdkugel, mal als Riesenemoji, mal als Auge.

„Dabei ist die Beteiligung unseres Unternehmens im Vergleich zu den Gesamtkosten bescheiden“, erzählt der Vertriebsleiter. Bei einem Gesamtvolumen von 2,3 Milliarden erscheinen zwei Millionen Euro für die Hülle der Konzerthalle fast verschwindend gering – aber die 4500 mit Koblenzer Technik und Know-How passgenau vor Ort gefertigten Kalzip-Aluminiumprofilplatten sind ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil der Konstruktion. Sie sorgen unter anderem dafür, dass der Bau samt der komplizierten Technik dauerhaft und sicher vor Wind und Wetter geschützt ist.

The Sphere ist bei weitem nicht das erste Prestigeprojekt der Firma. Satte 120 Millionen Quadratmeter Dachfläche hat Kalzip in den vergangenen 55 Jahren weltweit verlegt und immer wieder für Superlative gesorgt. Tendenz: steigend.
Auch in Koblenz selbst wird die Arbeit des Unternehmens gewahr. So stammt zum Beispiel die auffällige Fassade des Eichendorff-Gymnasiums mit dem Antlitz des namengebenden Dichters aus der Produktion des Unternehmens.

„Heute sind 85 Prozent des verwendeten Materials recycelt“, betont Schmidt. Das erste Kalzip-Aluminiumdach wurde Ende der 1960er-Jahre auf die Nürnberger Kongresshalle gelegt – und schützt noch immer zuverlässig. „Wir können nicht genau sagen, wie lange unsere Dächer halten“, so Schmidt. „Aber es sind jedenfalls schon mal 55 Jahre. Das nenne ich nachhaltig.“

Freilich kennt auch Kalzip bestens die Herausforderungen der Zeit. Mitarbeiter- und Azubi-Akquise zum Beispiel sei heute teils eine harte Nuss. Was aber mittelständischen Unternehmen wie Kalzip immer wieder zu schaffen mache, sei das stets komplizierter werdende Baurecht. „Von den Bundesländern bis hin zu den einzelnen Kommunen, überall herrschen andere Regeln und Vorgaben“, erzählt der Fachmann.

Josef Oster, der in seinen sitzungsfreien Wochen gern regen Kontakt zu Wirtschaftsunternehmen aus seiner Heimatregion hält, sammelte eine ganze Menge interessanter Eindrücke und Anregungen bei dem konstruktiven Austausch. „Ich werde die Baurechtsproblematik in Berlin noch einmal mit Nachdruck thematisieren“, versprach der Abgeordnete.

Quelle: PM MdB Josef Oster
Beitragsbild: Stock-Fotografie-ID:1129227089