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Mehrfacher Sirenenalarm in Lahnstein – was war los?

Lahnstein | 8. Dezember 2025 | (ww). Gestern Abend gegen 21.40 Uhr meldeten gleich mehrere 56aktuell-Leser über die WhatsApp-Gruppe mehrfache Sirenenalarme in Lahnstein. Fünf mal sei die aus drei Heultönen bestehende Alarmierung laut hörbar gewesen. Für die 56aktuell-Redaktion auf jeden Fall ein Fall für eine Nachfrage – Sirenen werden nämlich in Lahnstein schon länger eigentlich gar nicht mehr für die Feuerwehralarmierung genutzt, sind sogar mindestens teilweise demontiert. Und auch das neue Katastrophenschutz-Sirenensystem ist noch nicht fertig installiert, würde anders klingen und soll gar nicht mehr zur Feuerwehralarmierung genutzt werden, da diese über Melder zum Einsatz gerufen wird.

Doch woher kam dann das Sirenengeheul?

Eine erste Rückfrage bei der Polizei in Lahnstein ergab, dass auch dort Anrufe eingegangen seien, Lahnsteiner, die sich wegen der mehrfach ertönenden Sirene sorgten, fragten nach dem Grund. Der Polizei war aber kein Feuerwehreinsatz dazu bekannt, eine Fehlfunktion wurde vermutet. Dieser Eindruck verstärkte sich mit dem Rückruf des stellv. Wehrleiters Sascha Lauer auf dem 56aktuell-Telefon.  Zunächst bestätigte Lauer, dass es generell keine Sirenenalarmierung der Lahnsteiner Feuerwehr mehr gibt. Trotzdem erschallte am späten gestrigen Abend – und auch noch einmal um 4.50 Uhr heute Morgen eine Sirene in der Max-Schwarz-Straße. Der Grund: in dem größtenteils leerstehenden Firmenareal ist eine Brandmeldeanlage aktiv, unter anderem wegen der aus der Phillipine hervorgegangenen „Philan GmbH“. Der sogenannte Philan-Bereich, wurde verkauft und 30 Mitarbeiter übernommen. Die Philan GmbH stellt dort weiter Polyurethan-Gießelastomere her.

Diese Brandmeldeanlage ist, und das scheint ein Einzelfall in der Region zu sein, an eine Sirene gekoppelt, die solange den Alarm wiederholt, bis die Anlage von der ebenfalls alarmierten Feuerwehr abgeschaltet wird. Laut Lauer gab es aber weder gestern Abend noch heute früh einen erkennbaren Grund für die Auslösung der Brandmeldeanlage. Auch warum diese parallel standardmäßig die Sirene auslöst, kann Lauer nur vermuten. „Eventuell könnte das zur Information und Evakuierung der Belegschaft geschaltet gewesen sein“, spekuliert Lauer. Beide Alarme wären aber nicht im Produktionsbereich der Philan GmbH ausgelöst worden, sondern im zur Vermietung stehenden Restareal der ehemaligen Philippine.

Hintergrund:

„Die Philippine“ war über Jahre einer der größten Arbeitgeber in Lahnstein. Seit mehr als 50 Jahren war das Unternehmen dort tätig. In dem Werk wurden Kunststoffteile für die Autoindustrie hergestellt, etwa Kopfstützen, aber auch Isolierboxen oder Lebensmittelbehälter. „Die Philippine“ war über Jahre einer der größten Arbeitgeber in Lahnstein mit zuletzt mehr als 300 Mitarbeitern.

Seit dem 1. Oktober vermarktet die Philippine Servicegesellschaft mbH (PSG) als Betriebsgesellschaft das 51.000 Quadratmeter große Gelände im Gewerbegebiet von Lahnstein. Im „Industriepark Rhein-Lahn“ bietet die Servicegesellschaft nun an, was überall Mangelware ist: Hallen und Freiflächen mit unterschiedlichster Ausstattung für Industriebetriebe und Gewerbe. „Auf der Fläche stehen Hallen in unterschiedlichsten Größen und mit verschiedenen Ausstattungen zur Verfügung. Beginnend mit 180 Quadratmetern bis zu 7.400 Quadratmetern sind die Größen variabel“, so Michael Lochner von der PSG in einer Mitteilung der Stadt Lahnstein. Die Liegenschaft mit rund 27.000 Quadratmetern Hallenfläche weist eine bestehende Infrastruktur für Prozess-Dampf oder Druckluft für Fertigungsprozesse  sowie Gas-, Strom-, Wasser- sowie Glasfaseranschlüsse auf.  „Die Liegenschaft ist brandschutztechnisch überwacht“ heißt es noch in der Mitteilung. Dass diese Überwachung funktioniert, ist in den vergangenen 24 Stunden deutlich dokumentiert worden. Eventuell lässt sich diese Überwachung im Sinne der Nachtruhe Lahnsteiner Bürger überholen und anpassen.