Home Gewerbe So sehen Meister aus! 13 neue Tischlermeister bei der HwK Koblenz

So sehen Meister aus! 13 neue Tischlermeister bei der HwK Koblenz

Beeindruckende Design-Vielfalt und Präzision aus Holz - hochwertiger, kreativer Möbelbau

Koblenz | 10. November 2023 | (ww). Geheimfächer in Möbelstücken, gut versteckt und für die Laien kaum zu finden – das war schon immer ein Markenzeichen des Tischlerhandwerks und ist es heute noch. Denn kaum eine Arbeit zur Meisterprüfung der Handwerkskammer (HwK) Koblenz 2023 verzichtete auf die ganz geheime Seite im Offensichtlichen. 13 Absolventen, die sich erfolgreich diesem Teil der viertufigen Meisterprüfung stellten, präsentierten im HwK-Bildungszentrum ihre Arbeiten, in die sie bis zu 112 Stunden investieren durften.
Schränke, Tische, Betten, Vitrinen, keine wie die andere und in der inneren Architektur sehr ausgetüftelt, im Erscheinungsbild sowieso – das waren die Meisterstücke der Tischler in diesem Jahr, wie sie sich jüngst der Prüfungskommission stellten. Nach dem Aufbau schlug die Stunde der Jury, beziehungsweise die beiden Tage. Dabei wurde dann präzise vermessen, begutachtet, geprüft – und das eben ganze zwei Tage lang.
Einige Elemente mussten die angehenden Tischlermeister, unter ihnen mit Jana Eich aus Dohm-Lammersdorf (Landkreis Vulkaneifel) auch eine Frau, in den Prüfungsarbeiten nachweisen. Zum Pflichtprogramm zählten Holzverbindungen wie Zapfen oder auch Scharniere, Oberflächenbearbeitungen von Intarsien bis Lackierarbeiten. Doch beim „Kürprogramm“ konnte man sich austoben, was viele der Absolventen nutzten für kreative Gestaltung und pfiffige Ideen in Holz – inklusive Geheimfach. Die wurden in doppelten Böden versteckt oder geschützt durch komplizierte Schließmechanismen – natürlich aus Holz!

Lukas Weber aus Dohm-Lammersdorf (Landkreis Vulkaneifel): für seinen Wandtisch gab es eine sehr gute Benotung und den dritten Platz beim Design-Preis.


Platz eins beim Design-Preis erreichte Silas Bast aus Ravengiersburg (Rhein-Hunsrück-Kreis) für seinen „Whisky-Taste-Schrank“ – einen raffinierten Ausklappschrank mit variablen Abstellflächen für Gläser und vielen Lagerplätzen für das schottisch-irische Traditionsgetränk. Damit setzt er auch noch eine Familientradition fort: „Wir sind in der sechsten Generation Tischler und mein Opa hütet das Meisterstück seines Vaters von 1911 wie einen Schatz! Nach 112 Jahren ist das immer noch in Topform und Teil unserer häuslichen Einrichtung, also auch in Gebrauch. Das steht für hochqualitative Arbeit und wertiges Material!“

Die Kombination aus höchster Bewertung für das Meisterstück und hervorragendem Design (2. Platz) erreichte Patrick Gasper aus Gondorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) mit seinem Couchtisch. „Das ist eine ganz knifflige Aufgabe, denn der Tisch muss so konstruiert sein, dass er Platz für die Knie der Sitzenden bietet, dabei aber weder seine Funktionalität noch das Platzangebot verliert“, erklärt Meister-Coach Matthias Altmaier, bei der HwK zuständig für die Ausbildung der jungen Tischler und auch Mitglied im Meisterprüfungsausschuss. Das Meisterprüfungsstück mag für Laien auf den ersten Blick unspektakulär wirken, „ist aber schon die Königsdisziplin in Sachen Funktionalität, Aussehen und handwerklicher Umsetzung“, so Hans-Peter Höfer, Fachbereichsleiter für dieses Handwerk bei der HwK und ebenfalls Mitglied im Meisterprüfungsausschuss. Und weil es eben nicht so ganz einfach ist, mit einem Couchtisch den hohen Ansprüchen der Prüfer zu genügen, war es auch das einzige Meisterstück in diesem Möbel-Segment.

„Insgesamt ist das Niveau der Arbeiten sehr ordentlich“, erklärt Hans-Peter Höfer. Deshalb haben auch nicht alle eingereichten Arbeiten bestanden. „Wir legen Wert auf sehr hochwertige, handwerkliche Fähigkeiten, denn wer Meister seines Faches ist, wird selbst Maßstäbe im Handwerk setzen und entsprechend auch die nächste Generation ausbilden“, erklärt Höfer die Qualitätsansprüche einer Meisterprüfung. Er freut sich umso mehr, dass der Meisterjahrgang 2023 mit sehr unterschiedlichen Ideen und ihrer hochwertigen Umsetzung gut abschneiden konnte.

Bestanden haben die Meisterprüfung im Tischlerhandwerk:
Adam, Kim-Cedrik aus 55471 Wüschheim
Bachmann, Steffen aus 57548 Kirchen
Bast, Silas (1. Platz Design Preis) aus 55471 Ravengiersburg
Buhr, Sören aus 56218 Mülheim-Kärlich
Eich, Jana aus 54576 Dohm-Lammersdorf
Gasper, Patrick (2. Platz Design Preis und bestes Meisterstück mit 99 Punkten) aus 54647 Gondorf
Gutenberger, Tristan aus 55487 Sohren
Kolf, Felix aus 53819 Neunkirchen-Seelscheid
Maiwald, Max aus 57614 Steimel
Mertesacker, Lukas aus 56599 Leutesdorf
Pörzgen, Niclas aus 56566 Neuwied
Schramm, Jakob aus 57572 Niederfischbach
Weber, Lukas (3. Platz Design Preis) aus 54576 Dohm-Lammersdorf

Quelle: HwK Koblenz / Jörg Diester

Beitragsbild: Sie stellten sich der diesjährigen Meisterprüfung im Tischlerhandwerk bei der Handwerkskammer Koblenz, links hinten die Mitglieder des Meisterprüfungsausschusses und die Meister-Coaches der HwK.