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    Lahnstein | 30. August 2022 | (ms). Zwei Jahre nach der Entgleisung eines Güterzuges im Niederlahnsteiner Bahnhof, bei dem rund 180.000 Liter Diesel in den Boden gelangt sind, ist nun die Ursache des Unglücks bekannt gegeben worden. Wie die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) pünktlich zum Jahrestag bekannt gegeben hat, waren gleich mehrere Ursachen entscheidend. Aus dem rund 60-seitigen Bericht der BEU geht hervor, dass der Güterzug an der Unfallstelle deutlich zu schnell – mit bis zu 22 km/h schneller als erlaubt – unterwegs war. Außerdem habe der Lokführer eine Funktion am Triebwagen des Zuges falsch eingestellt, wodurch die Überwachungssysteme nicht richtig funktionieren konnten, die eine Zwangsbremsung eingeleitet hätten. Außerdem konnten durch die Untersuchung mehrere Probleme an der Gleisanlage festgestellt werden. Dazu gehörten Einbaufehler, aber auch Verschleißerscheinungen. Die Ermittlungen zu dem Unglück laufen unterdessen allerdings noch weiter. Der nun veröffentlichte Abschlussbericht spiele laut Staatsanwaltschaft dabei eine wichtige Rolle. Am 30. August 2020 entgleiste in unmittelbarer Nähe des Niederlahnsteiner Bahnhofs ein Güterzug, wobei sechs Kesselwagen umgekippt waren. Laut Angaben der Stadt Lahnstein liefen damals etwa 180.000 Liter Diesel aus und versickerten im Boden. Davon befinden sich auch heute noch rund ein Drittel, sprich 60.000 Liter, immer noch dort. Wie der SWR berichtet habe die Bahn kürzlich mit einem Sanierungsverfahren begonnen, mit dem der natürliche Abbau des Diesels im Boden beschleunigt werden soll. An der Unfallstelle in Niederlahnstein wird der Diesel demnach durch natürlich im Boden lebende Mikroorganismen zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut. Bereits im September 2020 konnten große Teile des Diesels durch einen Bodenaustausch entfernt werden. Nach Angaben der Bahn wurden dabei 7.500 Kubikmeter belastete Erde und Gestein entfernt. Nach dem Unfall wurden erneut Forderungen nach einer Entlastung des Mittelrheintals vom Güterverkehr laut. Dazu hatten die Stadt Lahnstein, die Verbandsgemeinde Loreley und der Zweckverband Oberes Mittelrheintal eine Resolution verabschiedet, die unter anderem eine Reduzierung der zulässigen Zug-Geschwindigkeit innerhalb der Städte gefordert hatte. 

    Bild: Archiv 

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