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    Obernhof | 17. März 2023 | (ww). Schock im Schulbus – auf dem Buswendeplatz am Bahnhof in Obernhof an der Lahn prasselten heute Morgen plötzlich Scherben in den Schulbus. Die Spitze einer meterlangen Baustahlkonstruktion zum Betonieren eines Gründungspfeilers für die neue Bahnhofsunterführung hatte sich bei der erforderlichen 180-Grad-Wende in der Anfahrt zur Haltestelle in eine Seitenscheibe des Busses gebohrt. Verletzt wurde zum Glück niemand.

    Die Reifen von tonnenschweren LKW haben längst Fakten geschaffen: der Kreisel ist viel zu klein für heute normale Busse. Die Baustelle verengt den Radius zusätzlich.

    Der Wendeplatz am Campingplatz und Bahnhof Obernhof ist zu klein für moderne Busse. „Das ist seit Jahren bekannt“, erzählt Ortsbürgermeister Karl Friedrich Merz beim zufälligen Treffen am Unfallort. Allerdings durfte die Gemeinde an der Situation gar nichts ändern – der Kreisel wurde einst mit Landesgeld gefördert. „Da darf innerhalb des definierten Förderzeitraums nichts verändert werden – und das sind beziehungsweise waren 25 Jahre“, weiß Merz.

    Jetzt erschwert die Baustelle mit den Vorbereitungen für Abriss und Neubau der Bahnunterführung die Situation offensichtlich gefährlich. Meterlange Baustahlkörbe sind vorbereitet, damit Gründungspfähle in dicken Bohrlöchern betoniert werden können. Heute morgen ragt eine solche mehrere Meter lange Konstruktion plötzlich mitten in dem Wendekreisel, dessen Benutzung dem Busunternehmen trotz Hinweis auf die Schwierigkeiten im Bezug auf die Baustelle durch die zuständige Behörde weiter vorgeschrieben ist, auch noch schräg nach hinten in die Höhe. Die Baustahlstangen ragen nicht nur in den – wie tiefe Fahrspuren beweisen – in der Praxis genutzten Bereich hinein, sondern sogar in die gepflasterte Fahrspur. Rote Fähnchen oder gar Warnblinklampen? Fehlanzeige. Und so passiert, was passieren muss: der Bus kommt im, durch gelagertes Baumaterial zusätzlich verengten Wendekreis, dem Stahlkorb gefährlich nahe. Als die Sicht aufgrund des Winkels nach hinten quasi gar nicht mehr möglich ist, bohren sich die Stangen in die Seitenscheibe des Busses. Zum Glück bleibt es beim vierstelligen Sachschaden.

    Vor Ort revidiert Ortsbürgermeister Merz seine anfänglich schnell geäußerte Meinung: „Da sitzt ja immer noch ein Busfahrer drin, der hat auch die Verantwortung am Steuer“ angesichts der Bilder die 56aktuell vorliegen. Deutlich sind die Hindernisse neben dem Kreisel zu sehen, deutlich ist zu sehen, wie weit die Baustahlkonstruktion in den Verkehrsraum ragt.

    Doch außer erhöhter Aufmerksamkeit gibt es keine Lösung für das aktuelle Problem, so das Ergebnis des Treffens mit dem Ortschef und Vertretern von Behörden, das eigentlich nur wegen der bevorstehenden Sperrung der Seelbacher Straße / L324 wegen des Abrisses und Neubaus der Unterführung ab 11. April stattfand. Obernhof liegt zwar landschaftlich sehr reizvoll im engen Lahntal – eine andere Möglichkeit zum Wenden der Schulbusse (drei Linien enden hier jeweils auf dem Wendeplatz) gibt es im engen Lahntal aber nicht.

    Fotos: privat und 56aktuell

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