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    Ahrtal | 06. Juli 2023 | (ms). Zwei Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal rückt neben dem Wiederaufbau auch die Frage nach einem zentralen Erinnerungsort in Form eines Museums oder einer Dokumentationsstätte in den Fokus. Im Rahmen des „Nachhaltigen Tourismuskonzepts Ahrtal 2025“ wurde daher eine Machbarkeitsstudie zum Projekt „Ausstellungs-/Besucherzentrum Flut und Gedenkstätte“ durch den Ahrtal-Tourismus in Auftrag gegeben. Diese Studie wurde kürzlich abgeschlossen – mit einem positiven Ergebnis.  

    Der Auftragnehmer für die Machbarkeitsstudie war das Atelier Brückner, das bereits für namhafte Museen und Ausstellungen weltweit tätig war. Die Experten haben erste Standorte entlang des Ahrlaufes untersucht und dabei zwei Favoriten ausgemacht: die Alte Schule in Rech und die Pius-Kirche in Bad Neuenahr-Ahrweiler. David Bongart, Projektleiter Tourismuskonzept beim Ahrtal-Tourismus, betont in diesem Zusammenhang noch einmal die Bedeutung des Projekts: Ihnen sei bewusst, dass noch nicht alle die Visionen nachvollziehen können, solange es im Ahrtal noch zahlreiche Baustellen, unbefestigte Straßen und geschlossene Betriebe gibt. Dennoch möchte man bereits heute die Weichen für dieses langfristige Projekt stellen. Derzeit rechne man mit einer Projektdauer von mindestens vier bis fünf Jahren. Außerdem müsse man bereits jetzt mit dem Sichern von Exponaten beginnen, da auch hier bereits einige Dinge unwiderruflich entsorgt wurden. 

    Das Atelier Brückner hat inzwischen bereits erste Planungen für ein Flutmuseum vorgelegt, wobei die Pius-Kirche exemplarisch als möglicher Standort dargestellt wurde (siehe Beitragsbild). Neben der Erinnerung an die Opfer und der Dokumentation der Katastrophe sollen auch Solidaritätsleistungen und der Wiederaufbau in der Ausstellung ihren verdienten Platz finden. Die Umsetzung des Flutmuseums hängt jedoch von der erfolgreichen Akquise von finanziellen Mitteln ab. Es könne also durchaus sein, dass auch ein gänzlich anderer Standort gewählt würde, so Bongart. 

    Parallel dazu beauftragte die Kreisverwaltung Ahrweiler eine Machbarkeitsstudie für das Projekt „ICCA – International Crisis Center Ahr“, das sich wissenschaftlich mit Krisen und Katastrophendiensten befassen soll. Das ICCA soll mit Laboren, Vortrags- und Tagungsräumen der Forschung und Lehre Raum bieten und professionelles, zukunftsweisendes Sprachrohr und Plattform der Krisenwissenschaft und Katastrophendienste sein. Daneben soll es mit (Wechsel-) Ausstellungen als multimediales und interaktives Besucherzentrum zum Thema Krise dienen und sich mit den Auswirkungen des Klimawandels beschäftigen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Konzepten sei möglich und es würde derzeit geprüft, ob die Inhalte an zwei Standorten oder in einem Projekt gebündelt werden können. Der Ahrtal-Tourismus bereitet nun die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie auf, um potenzielle Förderer und Sponsoren anzusprechen. Die Kosten für das Flutmuseum werden aktuell auf 10 bis 20 Millionen Euro geschätzt. Die Region Ahrtal arbeitet weiterhin intensiv am Wiederaufbau und der langfristigen Entwicklung nach der Flutkatastrophe. 

    Quelle: Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e. V. 

    Bildquelle: Atelier Brückner 

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