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    Altstrimmig | 3. November 2022 | (ww). Gestern Abend rückten zahlreiche Feuerwehren aus der Region Kastellaun-Cochem zu einem Großbrand nach Altstrimmig aus. Dort stand mindestens ein Gebäude auf einem Luxus-Anwesen, das weithin bekannt und seit Jahrzehnten wegen des geheimnisumwitterten Lebens seines Besitzers oft in die Schagzeilen geraten ist, in Brand. Auch 56aktuell machte sich auf den Weg in den Hunsrück – um einen der seltsamsten Einsätze in den vergangenen Jahrzehnten zu erleben.

    Die sehr knappe Meldung der Polizei Wittlich dazu von heute Nacht, 2.54 Uhr:

    Wohnhausbrand mit hohem Sachschaden

    Am Abend des 02.11.2022 kam es zu einem Vollbrand eines Wohnhauses in Altstrimmig. Bei dem Brand wurden niemand verletzt. Es entstand jedoch hoher Sachschaden. Gegenwärtig können zur Brandursache und genauen Schadenshöhe keine Angaben gemacht werden. Es wurde ein Ermittlungsverfahren durch die Kriminalpolizei eingeleitet.

    Auch die Nachtragsmeldung von heute morgen 11:42 Uhr wirkt kaum erhellender:

    Am gestrigen Mittwochabend, 2. November, gegen 19:45 Uhr wurde der Polizei Zell der Brand eines großen Wohnanwesens in Altstrimmig gemeldet. Die Löscharbeiten dauern derzeit weiter an. Die Kriminalinspektion Wittlich hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen. Aufgrund der andauernden Löscharbeiten können derzeit noch keine Angaben zur Brandursache gemacht werden. Die Ermittler der Kriminalpolizei werden bei der Brandursachenermittlung durch einen Sachverständigen unterstützt.

    Die Umstände rund um den Brand sind auf jeden Fall sehr ungewöhnlich. Am Einsatzort – oder besser rundherum – herrschte eine ganz besondere Atmosphäre. Nur hinter vorgehaltener Hand wird über den Besitzer des Anwesens oder alle im Zusammnhang damit stehenden Umstände gesprochen. Sowohl Einsatzkräfte, als auch die zahlenmäßig stark vertretenen Polizeikräfte und sogar die meisten Anwohner hüllen sich in einen schon ungewöhnlichen Mantel des Schweigens. Noch nicht einmal die Frage, ob es alle Menschen unverletzt aus dem brennenden Objekt geschafft haben, wird vor Ort beantwortet. Kollegen raunen – ebenfalls hinter vorgehaltener Hand – „sag um Gotttes Willen nicht seinen Namen und beschreib es auch nicht mit seinem früheren Beruf“. Einige Kollegen geben an, dass sie oder ihr Unternehmen in Zusammenhang mit Nennungen des Besitzers oder Spekulationen zu seiner Historie, Firmen und vor allem beruflichen Tätigkeiten massive Zahlungen nach anwaltlicher Post leisten mussten.

    Mir selbst, dem 56aktuell Reporter Willi Willig, waren diese Umstände beim Eintreffen am Einsatzort nicht bewusst, natürlich hatte auch ich die Geschichten rund um ein Anwesen in Altstrimmig und seinen schillernden Besitzer damals gelesen – das brennende Objekt und den Ort allerdings im Eifer des Einsatzes nicht damit verbunden.

    Da aber auch ich von der Polizei und Einsatzkräften daraufhin gewiesen wurde, „besser nicht den Mann und sein Auto“ zu fotografieren oder gar zu filmen, obwohl er und das Fahrzeug sich im öffentlichen Raum, bei einem Ereignis von enormer öffentlicher Aufmerksamkeit (schon alleine wegen der kilometerweit sichtbaren Feuer- und Rauchsäule, aber auch den Einsatzfahrzeugen aus der ganzen Region) befanden, bleibt hier leider nur der Hinweis: googelt doch einfach mal den Begriff Altstrimmig – das reicht seit gestern Abend auch ohne jeden weitern Zusatz.

    Für mich bleibt jedenfalls die Bilanz: auch nach bald 30 Jahren wird dieser Beruf nicht langweilig. Denn immer, wenn man meint, man hat schon alles erlebt, gibt es dieses eine Ereignis, das so nicht vorstellbar war.

    Definitiv habe ich in all den Berufsjahren keine seltsamere Atmosphäre an einem Einsatzort erlebt.

     

     

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