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    Koblenz | 28. November 2023 | (ms). In der vergangenen Woche fand die Vollversammlung der Handwerkskammer (HwK) Koblenz statt. Der Grundtenor war eindeutig: Optimismus und die Fähigkeit zum Anpacken sind heute im Handwerk noch immer wichtig. In den Kongressräumen des Mensabaus der HwK wurde unter anderem über Kriege, gestiegene Energiekosten, Lieferengpässe, Inflation und Fachkräftemangel sowie die davon ausgehenden direkten Folgen für die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt gesprochen.  

    Momentan antworte die Wirtschaft sehr unterschiedlich auf die Frage, ob das Glas halbvoll oder halbleer ist, so der Präsident der HwK Koblenz, Kurt Krautscheid. Laut seiner Aussage sei das Glas jedoch halbvoll. Man wolle sich nicht mit der Situation zufriedengeben, dennoch könne man sich als Handwerk klar positionieren und daran arbeiten, dass die Zukunft besser werde. Das „Parlament des Handwerks“, wie die Vollversammlung auch genannt wird, tagt einmal jährlich. Die Vollversammlung ist das oberste Selbstverwaltungsorgan der HwK und besteht aus 48 gewählten Mitgliedern. Zwei Drittel sind Arbeitgeber, ein Drittel Arbeitnehmervertreter. Gemeinsam treffen sie wichtige Entscheidungen für die derzeit rund 22.000 Handwerksbetriebe im Kammerbezirk. 

    Als Folge der krisengeprägten Situation mache sich eine „schlechte Stimmung“ in der Gesamtwirtschaft breit, die sich in fallenden Konjunkturdaten und -aussichten zeige. Der Kammerbezirk Koblenz halte dem jedoch gute Zahlen entgegen. Hier liege man weit über dem Durchschnitt der Gesamtbeurteilung – auch im Vergleich mit Industrie und Handel, so Krautscheid. In der vergangenen Herbstumfrage hatten viele Betriebe mit Sorge auf die Zukunft geblickt – die Zahlen sprechen jedoch eine andere Sprache. So hätten 86 Prozent (Vgl. zum Vorjahr: 85 Prozent) der Betriebe eine gute oder befriedigende Geschäftslage gemeldet – hier sei also bislang kein Abschwung zu erkennen Handwerk wettbewerbs- und handlungsfähig bleiben müsse. Dafür entscheidend sei, dass man Betriebe in Sachen Energiekosten und bürokratischen Auflagen entlaste, so die Ministerin. Schmitt verwies darauf, dass im Zuge der Bürokratieentlastung Auflagen wegfallen, die die Handwerksbetriebe bisher in ihrer täglichen Unternehmensführung belasten. So sollen 140 Berichtspflichten erlassen werden. 

    Joachim Noll, Arbeitnehmer-Vizepräsident der HwK, machte in seiner Rede auf das neue Programm „Junges Wohnen“ aufmerksam. Er warb dafür, diese neue Fördermöglichkeit von Wohnraum für Studierende und Auszubildende auch im Handwerk zu nutzen. Aus dem Programm des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen stehen für Rheinland-Pfalz insgesamt 24 Millionen Euro zur Verfügung, um neuen Wohnraum zu schaffen und bestehenden zu sanieren. Dieses Programm solle man auch im Kammerbezirk nutzen, um die Kofinanzierung von Unterkünften zu stemmen. Der Arbeitnehmer-Vizepräsident der HwK unterstrich außerdem, dass die Tarifbindung im Sinner geordneter Arbeitseinkommen ein wichtiges Ziel bleibe. Auch die Arbeitgeber würden davon profitierten, weil gute Arbeitsbedingungen ein mögliches Werkzeug im Kampf gegen den Fachkräftemangel seien. 

    Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel wird die Ausbildung immer wichtiger. Hierzu stellte Kurt Krautscheid die aktuellsten Zahlen aus dem Kammerbezirk vor. Im Bezirk der HwK Koblenz habe man 3.003 neu eingetragene Ausbildungsverhältnisse (Plus von 3,8 Prozent im Vgl. zum Vorjahr). Dennoch gehöre zur Wahrheit dazu, dass insgesamt mehr als 900 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben seien.  

    Mit Blick auf die Strompreise warf HwK-Präsident Krautscheid einen scharfen Blick in Richtung der Politik. Man brauchen keinen Industriestrompreis, sondern einen Wirtschaftsstrompreis. Damit kritisierte er deutlich, dass der politische Fokus zu sehr auf Großunternehmen liege und nicht auf kleinen Unternehmen wie den über einer Million Handwerksbetrieben in Deutschland. 

    Quelle: HwK Koblenz 

    Fotos: HwK Koblenz / Dagmar Schweickert 

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