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    Koblenz | 08. Oktober 2023 | (ms). Die Stadt Koblenz muss bis Mitte 2026 eine neue kommunale Wärmeplanung vorlegen. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter kommunaler Wärmeplanung und was bedeutet das für die Stadt? 

    CDU-Bundestagsabgeordneter Josef Oster hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und dazu einen Experten in seinem Koblenzer Büro empfangen. Dabei hatte Hubertus Hacke, Leiter der Stabstelle Energiepolitik und kommunale Projekte der Energieversorgung Mittelrhein (evm), gleich zwei “Missionen” mit im Gepäck. Erstens: Er wollte für die Umrüstung der Versorgung auf Wasserstoff „werben“, zumindest dort, wo es möglich und sinnvoll sei. Zweitens: Die Wärmeplanung einordnen. Denn die Planung sei zwar ein sehr wichtiger, aber eben nur ein erster Schritt, dem ein umfassender Infrastrukturwandel folgen könne, so Hacke.  

    Denn klar ist auch: Ein Plan ist noch lange kein umgesetztes Netz, so Oster. Es würde eine Menge Zeit und auch Geld kosten, um die geplanten Maßnahmen dann auch entsprechend umzusetzen. Zunächst aber gehe es darum, das Potenzial zu ermitteln. Die evm ist aktuell bereits dabei, für die erste Kommune in ihrem Gebiet eine Wärmeplanung aufzustellen. Im Grunde bedeutet das, dass man schaue, was bereits vorhanden ist, was noch gebraucht wird und was überhaupt machbar ist, so Hacke. Grundsätzlich hilft die kommunale Wärmeplanung durch die Erhebung von Daten und Fakten also, einen Überblick zu bekommen. Und schließlich sollen damit Wege aufgezeigt werden, wie die lokalen und regionalen Wärmeerzeugungspotenziale klimaneutral ausgeschöpft werden können. Städte wie Koblenz mit mehr als 100 000 Einwohnern müssen eine solche Planung bis Mitte 2026 aufgestellt haben. Kleinere Kommunen haben dafür bis 2028 Zeit. So sieht es der Gesetzesentwurf vor, den das Bundesministerium für Bauangelegenheiten vorgelegt hat. 

    Dieses Gesetz als solches sei zwar gut. Die Reihenfolge stimme jedoch nicht, so Oster, der mit der CDU in der Opposition tätig ist. Man hätte die Wärmeplanung zuerst gebraucht, bevor ein unsoziales und unausgereiftes Heizungsgesetz durchgeboxt wird, so Oster weiter. Die Klimaziele in Deutschland seien im Gebäudesektor kaum zu erreichen. Man solle sich vielmehr Gedanken darüber machen, wie wir man das CO² aus der Atmosphäre wieder herausbekommen könne, statt allein darauf zu setzen, wie man es vermeide, so der Politiker weiter.  

    Für Koblenz könne in Zukunft auch Wasserstoff interessant werden, so evm-Mann Hacke. Zwischen Montabaur und Höhr-Grenzhausen gäbe es Gaspipelines, von denen zumindest eine in den nächsten Jahren in eine Wasserstoffpipeline transformiert werden könnte. Das könnte dann wichtig für Koblenz werden, da gegebenenfalls einzelne Bereiche der Stadt dort angeschlossen werden könnten, so Hacke. Ein interessanter Spot für Anbieter wären zum Beispiel die Südliche Vorstadt oder die Altstadt – grundsätzlich aber nur dort, wo keine Wärmepumpen eingebaut werden könnten. 

    Quelle: Wahlbüro Josef Oster  

    Bild: Michaela Cetto 

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