Tonnenschweres Bekenntnis zu Belegschaft und Standort

von Koblenz

Lieferung einer Spezialmaschine erfordert Kraneinsatz und Vollsperrung

Bad Ems. Die Kombination aus Brücke und Mobilkran tritt in der Region zurzeit gehäuft auf. Ob beim Abbau (und bevorstehenden Wiedereinbau) des Miellener Stegs, bei der Montage des „Bademantelgangs“ zwischen Therme und Hotelneubau oder auch aktuell bei der Lieferung der tonnenschweren „Nagelbrücke“ für die Firma Heuchemer Verpackung in der Bad Emser Wilhelmsallee.

Doch die Nagelbrücke verbindet nicht etwa verschiedene Betriebsteile, sie ist eine in Belgien hergestellte Spezialmaschine, die Arbeitsabläufe erleichtert. „Bislang wurden die Sonderpaletten aus Holz, also alles was außerhalb des bekannten Europaletten-Maßes liegt, in Bad Ems in Handarbeit gefertigt. Das anspruchsvolle und fordernde Nageln der Paletten übernimmt ab jetzt die Maschine“, erklärt Inhaberin Laura Heuchemer. Die sechsstellige Investition soll dabei aber auf keinen Fall Mitarbeiter ersetzen, sondern Arbeitsabläufe vereinfachen. Im Vergleich zu den Investitionen im Standort Miehlen, dort werden Verpackungen aus Wellpappe und Kunststoff produziert, wo eine Produktionslinie zum Beispiel „schnell mal 1,5 Millionen Euro kostet“, ist die Nagelbrücke preiswert. „Wenn man das aber in Relation zur Unternehmensgröße des Standortes Bad Ems sieht, dann ist das schon eine größere Investition“, verrät Laura Heuchemer. Die Nagelbrücke ist also ein deutliches Bekenntnis zum Standort Bad Ems, in dem lediglich 25 von insgesamt 370 Mitarbeitern des europaweit gefragten Herstellers von Verpackungen beschäftigt sind. Denn das Werk in der Wilhelmsallee ist die Wiege des Familienunternehmens, das die Geschwister Laura (37), Christian (35) und Sophie Heuchemer (33) im 101. Jahr und der vierten Generation der Familie gemeinsam führen.

Zur Lieferung der Nagelbrücke musste die Wilhelmsallee kurzfristig vollgesperrt werden, damit ein Mobilkran der Koblenzer Spezialisten Castell, die sperrige und tonnenschwere Maschine vom Tieflader auf zwei Gabelstapler umheben konnte, die sie schließlich in die Werkhalle beförderten. „Völlig unkompliziert war dazu die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt der Verbandsgemeinde und der Polizei in Bad Ems. Dafür vielen Dank“, betont Laura Heuchemer. Übrigens funktionierte die Lieferung so reibungslos, dass die Sperrung viel schneller als ursprünglich geplant wieder aufgehoben werden konnte und so kaum für Behinderungen sorgte.

In der Werkhalle in Bad Ems bricht jetzt jedenfalls bei der Spezialpaletten-Produktion eine neue Ära an: die Mitarbeiter müssen „nur noch“ die zugeschnittenen Holzteile in die Nagelbrücke einlegen – die übernimmt dann die Verbindung der einzelnen Elemente. „Das war natürlich nicht die erste Investition in die Vereinfachung der Arbeitsabläufe und den Standort – und es wird sicher auch nicht die Letzte sein“, sagt Laura Heuchemer. Das frisch angebrochene zweite Jahrhundert der Geschichte des Familienunternehmens lässt dafür noch sehr lange Spielraum am Standort in der Kurstadt.

Fotos: Thomas Heuchemer

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