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Wo „Bleigießen“ wirklich Zukunft verspricht

Hinter die Firmenmauern von Ecobat Resources in Braubach geblickt

Braubach | 22. Juli 2025 | Michaela Cetto. Am Fuß des Schieferkegels in Braubach ragen rote Schornsteine in den Himmel und rücken mit der Marksburg zu einer bemerkenswerten Kulisse aus verschiedenen historischen Epochen zusammen. Das Firmengelände, einst (und noch immer) bekannt als Blei- und Silberhütte Braubach, ist geprägt von einer jahrhundertealten Geschichte. Heute trägt das Unternehmen den Namen Ecobat Resources. Ecobat ist ein führender Akteur der Recyclingindustrie und zählt, mit allen zugehörigen Standorten in Europa und den USA, zu den größten Bleiproduzenten der Welt.

Ein attraktives Ziel für den Koblenzer Bundestagsabgeordneten Josef Oster (CDU), der in der sitzungsfreien Zeit in Berlin gern auf Sommertour durch seinen Wahlkreis zieht, um mit Vertretern von Betrieben, Institutionen oder Initiativen ins Gespräch zu kommen und abzuklopfen, wo der Schuh drückt oder wo alles gut passt. Sein Grundsatz: „Nur wer weiß, wie’s den Leuten geht, kann gute Politik machen. Deswegen sind mir die Menschen und ihre Belange ein Herzensanliegen.“ So durfte Josef Oster unter der fachkundigen Leitung von Ecobat-Geschäftsführer Erich Esser und seinem Team auch einen Blick hinter die Mauern des spannenden Unternehmens in der Marksburgstadt werfen. Begleitet wurde der Abgeordnete von Rolf Heep, Mitglied im Braubacher Stadtrat.
Spezialisiert auf die Rückgewinnung von Wertstoffen aus gebrauchten Batterien, produziert das Unternehmen mit seinen zertifizierten Verfahren allein in Braubach jährlich 20.000 Tonnen Blei und 34.000 Tonnen Kunststoff. Unter anderem ist Ecobat Werkstattentsorger für VW. So findet man nicht nur ganze Berge alter Batterien in einem – strengstens gesicherten – Tieflager, sondern etwa auch große Behälter mit geschredderten Stoßstangen. Die klassischen Blei-Säure-Batterien sind nahezu komplett wiederverwertbar. „Wir kümmern uns um effizienten Ressourceneinsatz“, erklärte Esser. „Das ist ein maßgeblicher Beitrag zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz.“

Auch Franziska Weber von der Wirtschaftsvereinigung Metall, die extra für den Besuch des Abgeordneten angereist war, brach eine Lanze für den Wertstoff, das als gefährlich gilt, aber extrem wichtig sei. „Blei ist zu 99 Prozent recycelbar, und das ohne Qualitätsverlust“, erklärte die Fachfrau. „Es kann sein, dass in Ihrer Autobatterie Blei verbaut wurde, das bereits im Auto Ihres Großvaters steckte.“ Außerdem sei Blei als Trägermetall essenziell für die Gewinnung aller anderer Metalle wie Zink, Kupfer, Zinn, Silber oder Gold. Eine Schlüsselindustrie also. Ein wichtiges „Nebenprodukt“ bei der Bleiherstellung ist auch Antimon. Das Halbmetall spielt eine große Rolle im Verteidigungsbereich, vor allem bei der Herstellung von Munition und der Entwicklung elektronischer Systeme für militärische Zwecke. Josef Oster zeigte sich beeindruckt von der Arbeit des Unternehmens, in dem „Bleigießen“ – im Gegensatz zu einstigen Silvestertraditionen – ein wirkliches Zukunftsversprechen ist. „Blei am Bein“ ist Ecobat allerdings die enorme Bürokratie und die Unzuverlässigkeit politischer Entscheidungen in der vergangenen Legislatur. „Daran arbeiten wir“, so Oster. „Ihr Beispiel nehme ich gern mit nach Berlin.“

Bildunterzeile: Hinter die Mauern von Ecobat Resources in Braubach blickten gemeinsam (von links): Andreas Münch (QHSE-Management), Franziska Weber (Wirtschaftsvereinigung Metalle), Steffen Glauer (Kaufmännischer Leiter und Prokurist), Erich Esser (Geschäftsführer), Bundestagsabgeordneter Josef Oster und Rolf Heep (Stadtrat Braubach). Foto: Michaela Cetto