Heiligenroth | 16. August 2026 | (lw). Seit 75 Jahren steht die Autobahnpolizei Montabaur für Sicherheit auf und rund um die Autobahn. Am Samstag, 15. August 2026, wurde das Jubiläum mit einem großen Tag der offenen Tür am Standort „An der Autobahnmeisterei 6“ in Heiligenroth gefeiert.
Von 13 bis 18 Uhr konnten Besucherinnen und Besucher die Arbeit der Autobahnpolizei aus nächster Nähe kennenlernen. Neben der Polizei präsentierten zahlreiche Partner der Blaulichtfamilie ihre Aufgaben, Fahrzeuge und Einsatzmittel. Auf der Blaulichtmeile waren unter anderem Deutsches Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk, Feuerwehr, Notfallseelsorge, DLRG, Autobahnmeisterei und Rettungshundestaffel vertreten.
Auch die Deutsche Verkehrswacht, Standort Montabaur e. V., informierte über ihre Präventionsarbeit. Der Verein ist unter anderem in Schulen, Kindertagesstätten und Altenheimen aktiv und bietet beispielsweise einen Rollatorführerschein an. Beim Jubiläum konnten Besucher einen Gurtsimulatorausprobieren. Bei einer simulierten Geschwindigkeit von 12 km/h wurde dabei eindrucksvoll gezeigt, welche Kräfte bei einem Aufprall wirken können, wenn der Sicherheitsgurt nicht angelegt ist.
Neben modernen Einsatzfahrzeugen waren auch historische Fahrzeuge zu sehen. Verschiedene Vorführungen und die Präsentation der Diensthundestaffel sorgten für zusätzliche Einblicke in die Arbeit der Polizei.
Führungen und Vorführungen
Auch das Programm bot zahlreiche Möglichkeiten, die Autobahnpolizei näher kennenzulernen. Nach dem Beginn um 13 Uhr wurden um 13.30 Uhr, 14.30 Uhr, 15.30 Uhr und 16.30 Uhr Führungen durch die Dienststelle angeboten.
Um 14 Uhr zeigten die Schieß- und Einsatztrainer des Polizeipräsidiums Koblenz ihr Können und gaben Einblicke in die Ausbildung und Vorbereitung der Polizeikräfte auf unterschiedliche Einsatzlagen.
Um 15 Uhr wurde ein Einstellungstest- und Bewerbungstraining durchgeführt. Interessierte konnten sich über die Anforderungen des Bewerbungsverfahrens und den Ablauf eines Einstellungstests informieren.
Um 16 Uhr präsentierte die Diensthundestaffel ihre Arbeit. Dabei wurde unter anderem eindrucksvoll demonstriert, wie die speziell ausgebildeten Hunde im Einsatz vorgehen. Auch Polizeivizepräsident Sascha Heimes vom Polizeipräsidium Koblenz ließ sich auf die Demonstration ein und stellte sich für die Vorführung zur Verfügung. Dabei wurde er von einem Polizeihund gestellt und zu Boden gebracht.
75 Jahre Autobahnpolizei, ein Wandel
Erster Polizeihauptkommissar Andreas Wolf, Dienststellenleiter der Autobahnpolizei Montabaur, blickte anlässlich des Jubiläums auf die Entwicklung der Dienststelle zurück. „Ja, ich habe selbst schlucken müssen mit 75“, erklärte Wolf mit Blick auf das 75-jährige Bestehen.
Ehemalige Angehörige der Dienststelle hätten ihn auf die bevorstehende Jubiläumsfeier aufmerksam gemacht. „Unsere Pensionäre haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass sie ja schon mal ein 50-Jähriges hier gefeiert haben und auch ein 40-Jähriges gab es“, berichtete Wolf. Daher sei es für ihn selbstverständlich gewesen, das Jubiläum gemeinsam mit der gesamten Mannschaft zu feiern.
Die Entwicklung der Autobahnpolizei sei dabei über die vergangenen Jahrzehnte erheblich gewesen. Früher seien zwei Polizeibeamte noch mit einem Motorrad auf die Autobahn gefahren, um Unfälle aufzunehmen. „Zu der Zeit gab es wahrscheinlich noch Pferdefuhrwerke und Fußgänger auf der Autobahn, weil es noch keinen Verkehr gab“, so Wolf.
Heute herrschen völlig andere Verkehrsverhältnisse. Allein auf der A3 liegt der durchschnittliche Verkehr nach Angaben Wolfs bei rund 100.000 Fahrzeugen täglich. „Wir brauchen jeden Mann für die Unfalllage, Gefahrenlage und auch für die Kriminalitätsbekämpfung“, betonte der Dienststellenleiter. Zugleich sei er stolz auf seine „junge, motivierte Truppe“.
Verkehrssicherheit und Raser im Fokus
Ein Schwerpunkt der Autobahnpolizei Montabaur liegt in der Verhinderung schwerer und tödlicher Verkehrsunfälle. Eine wichtige Rolle spielt dabei die PROVIDA-Einheit, mit der unter anderem erhebliche Geschwindigkeitsverstöße dokumentiert werden.
Raser würden möglichst unmittelbar mit ihrem Fehlverhalten konfrontiert. „Das ist das, was wir als besten Ansatz sehen, den Leuten vorzuhalten per Video, was sie falsch gemacht haben“, erklärte Wolf. Dabei könne den Betroffenen beispielsweise gezeigt werden, dass sie statt der erlaubten 100 km/h mit 230 km/h unterwegs waren und welche Konsequenzen daraus entstehen.
Neben der Verkehrsüberwachung gehören auch die Kontrolle des Schwerverkehrs und die Aufnahme von Verkehrsunfällen zu den täglichen Aufgaben. „Also es wird hier nicht langweilig“, fasste Wolf das breite Aufgabenspektrum zusammen.
Konsequentes Vorgehen gegen Gaffer
Auch Gaffer an Unfallstellen sind für die Autobahnpolizei ein Thema. Das Verhalten von Schaulustigen wird dokumentiert und Verstöße werden verfolgt. „Trotzdem nehmen wir das auch videomäßig auf, dieses Verhalten“, erklärte Wolf.
Insbesondere das Filmen schwer verletzter oder eingeklemmter Unfallopfer und die anschließende Verbreitung solcher Aufnahmen im Internet können strafrechtliche Konsequenzen haben. „Die werden auch bei uns strafrechtlich verfolgt. Und die Justiz haut auch gnadenlos zu“, stellte Wolf klar.
Großes Zuständigkeitsgebiet
Die Autobahnpolizei Montabaur ist für die A3 von der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen bei Kilometer 41,3 bis zur Landesgrenze zu Hessen bei Kilometer 97,5 zuständig. Zum Zuständigkeitsbereich gehören auch die Rast- und Tankanlagen entlang dieses Abschnitts.
Darüber hinaus betreut die Autobahnpolizei die A48 zwischen dem Autobahndreieck Dernbach bei Kilometer 0 und dem Autobahnkreuz Koblenz bei Kilometer 26,5, ebenfalls einschließlich der Rast- und Tankanlagen.
Der Tag der offenen Tür verband Geschichte und Gegenwart der Autobahnpolizei Montabaur. Historische Fahrzeuge, moderne Einsatztechnik, Präventionsangebote, Vorführungen und die zahlreichen Partner der Blaulichtfamilie zeigten dabei die Vielfalt der heutigen Polizeiarbeit.
75 Jahre Autobahnpolizei Montabaur stehen damit für sieben Jahrzehnte Wandel und eine stetige Anpassung an neue Herausforderungen. Der zentrale Auftrag ist dabei unverändert geblieben: Verkehrsunfälle verhindern, Gefahren abwehren, Straftaten verfolgen und die Sicherheit der Menschen auf den Autobahnen gewährleisten.



















