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Diez: Dachstuhlbrand hält Einsatzkräfte seit dem Nachmittag in Atem

Teilabriss des betroffenen Gebäudes läuft - Einsatz dauert wohl bis in die Morgenstunden

Diez | 3. September 2023 | (ww). Heute Nachmittag gegen 16.15 Uhr kam es in der Innenstadt von Diez zu einem Dachstuhlbrand. Entgegen erster Meldungen wurden drei Personen durch Rauchgase verletzt.  Die Löscharbeiten dauern zurzeit (23 Uhr) immernoch an. Feuerwehreinheiten aus der gesamten Verbandsgemeinde Diez und der in Bad Ems stationierte Gerätewagen Atemschutz des Rhein-Lahn-Kreises, sowie die Freiwillige Feuerwehr Limburg aus dem benachbarten Hessen, der Rettungsdienst und die SEG des DRK zur Versorgung evakuierter Personen und Verpflegung der Einsatzkräfte sowie die Polizei sind seit dem Nachmittag im Einsatz. Am frühen Abend wurde auch noch das THW zunächst mit einem Baufachberater und dann mit zusätzlichen Einheiten aus Lahnstein, Bendorf und Limburg hinzualarmiert.

Die Löscharbeiten in der eng bebauten Innenstadt von Diez gestalteten sich schwierig, zusätzlich erschwerte die verwinkelte Bauweise des Brandobjekts und später das eingestürzte Dach und das damit unzugängliche Dachgeschoss die Löscharbeiten extrem. Gleich vier Drehleitern waren im Einsatz, nachdem direkt auf der Anfahrt zunächst die Alarmstufe von B2 auf B3 erhöht wurde und Nachalarmierungen erfolgten. Beide Drehleitern aus dem benachbarten Limburg, sowie die aus Holzappel wurden zur Unterstützung der Diezer Drehleiter und damit quasi eines Angriffs, bzw. einer Absicherung aus vier Richtungen früh hinzugezogen. Laut Wehrleiter Sebastian Kuhmann half beim Faktor Zeit, der sich später deutlich auszahlen sollte, dieses Mal auch noch der Zufall: die Einheit Diez war gerade von einem Einsatz mit zwei verletzten Fahrradfahrern bei Balduinstein ins Gerätehaus zurückgekehrt und so noch schneller als üblich am neuen Einsatzort in der Rosenstraße – mit Sicherheit ein (mit-)entscheidender Faktor, der half, das Übergreifen auf die Nachbar-Dachstühle zu verhindern. Zeitweise sah es vor Ort so aus, als sei dies trotz Riegelstellungen und mächtigem Wassereinsatz nicht möglich.

Schwierigkeiten bereitete den Einsatzkräften die Verbindung zum Nachbarhaus mit dem Optikergeschäft: unter Bitumenbahnen, die teilweise unter Schiefer eingedeckt waren loderten immerwieder Flammen auf, der typisch dunkle Rauch zeigte den auch nach Stunden weiterhin aktiven Brand an. Da durch das mittlerweile eingestürzte Dach nicht an den Übergang zwischen den beiden Häusern heranzukommen war und auch aufgrund der ungünstigen Platzverhältnisse mit den Drehleitern kein Zugriff möglich war wurde das THW hinzugezogen. Der Auftrag für die Männer und Frauen aus Lahnstein , Bendorf und Limburg: der Teilabriss des Gebäudes, da auch gegen 22.30 Uhr immer wieder Flammen aus dem Giebel und der Verbindung zum benachbarten Haus mit dem Optikergeschäft (im Hauptbrandobjekt befindet sich der NKD-Markt) auflodern. Nach Auskunft von Wehrleiter Sebastian Kuhmann wird im Moment (23.15 Uhr) erwogen noch schwereres Gerät zum Einsatz zu bringen – ein abschließedes Löschen des Brandes ist erst möglich, wenn weitere Gebäudeteile entfernt sind und auch das Hauptbrandobjekt hat durch das Feuer und den nötigen massiven Wassereinsatz so viel Schaden genommen, dass der Abriss derzeit nötig erscheint. Laut Kuhmann wird der Einsatz bis in den Morgen hinein, möglicherweise bis Mittag dauern.

Fotos: 56aktuell, Feuerwehr Diez (Einsatzleitung), Feuerwehr Limburg, Feuerwehr Holzappel