Rhein-Lahn-Kreis/ Lahntal | 23. November 2024 | (ww). Mit Spannung, aber auch Sorge blicken Pendler, Eltern von Fahrschülern, aber auch betroffene Anlieger auf den kommenden Montag, den 25. November. Ab dann steht der Verkehr in der gewohnten Weise im unteren Lahntal zum ersten Mal komplett still. Seit Anfang des Monats ist die B260 wegen des 2. Sanierungsabschnitts zwischen der Friedrichssegener Brücke und Fachbach – und damit für den Durchgangsverkehr faktisch zwischen Lahnstein und Bad Ems – gesperrt (wir berichteten mehrfach). Ab Montag macht auch die Bahn die Lahntalstrecke zwischen Lahnstein und Nassau komplett dicht. Der Grund: Arbeiten an der Eisenbahnbrücke in Nassau und die Sanierung der Bahnhofshalle in Bad Ems. Derzeit wird noch geprüft, inwieweit der Neubau der Bahnhofsbrücke in Dausenau während der geplanten Sperrzeit begonnen bzw. durchgeführt werden kann, damit es nicht im Folgejahr wiederum zu Sperrungen kommen muss. Der Verkehr wird dafür von der Schiene mit Ersatzbussen auf die Straße verlegt. Alle Umleitungen (B260-Sanierung und Bahnstreckensperrung) laufen über die B261 (Denzerheide) und die B49 (Südtangente). Der erste Schneefall der vergangenen Tage hat bereits angedeutet, wie schnell das zum Problem werden könnte.
Das Kernkonzept des so genannten Schienenersatzverkehrs:
- Eine direkte Expressbuslinie von Limburg zum Koblenzer Hauptbahnhof über die Autobahn und umgekehrt
- Eine Linie von Nassau, über Dausenau, Bad Ems (Haupt-)Bahnhof, Bad Ems West, Fachbach, die Arenberger Straße/B261, B49, ebenfalls zum Koblenzer Hauptbahnhof (und umgekehrt). Pendler zwischen Nasau und Lahnstein zum Beispiel müssen zunächst mit dem Bus nach Koblenz, um dann ihre Fahrt von dort per Zug nach Lahnstein fortzusetzen.
- Eine Linie von Niederlahnstein nach Friedrichssegen.
- Zusätzliche Busse in den Spitzenzeiten für die Schülerbeförderung auf Direktlinie zwischen Bahnhöfen und Schul(zentr)en.
Der Ersatzverkehr wird unter anderem für das Schulzentrum in Bad Ems nötig, da die Bahn sich trotz fast zehnjähriger Planung außerstande sieht, eine Vorschriftenkonforme Lösung für die Nutzung einer von zwei vorhandenen Weichen zwischen Bad Ems-West und Bad Ems (Haupt-)Bahnhof zu finden, um wenigstens einen Pendelverkehr zwischen Niederlahnstein und Bad Ems-West aufrecht zu erhalten. Nach massivem öffentlichem Drängen hat die Bahn ihre Baupläne für Bad Ems insoweit angepasst, dass dieser Pendelverkehr wenigstens in der zweiten Bauphase vom 9. Januar bis 3. April in den Spitzenzeiten möglich gemacht werden soll. Dafür wird allerdings z.B. die geplante Sanierung der Bahnüberführung / Straßenunterführung in der Braubacher Straße in das Jahr 2027 verschoben – dann wieder mit neuen Streckensperrungen. Und: Nachtarbeiten werden vom 25. November bis zum 19. Dezember nötig, um die „Sperrpause möglichst effektiv zu nutzen“ und sicherzustellen, dass der o.a. „teilweise Bahnverkehr ab 9. Januar 2025 gewährleistet werden“ könne. Diese Nachtarbeiten sind „lediglich“ Montags bis Donnerstags und bis maximal 1 Uhr nachts genehmigt.

Ein Bagger, der auch auf Schienen fahren kann, soll den kurzfristig abgesagten Mega-Kran ersetzen.
Wie sich die Tatsache, dass ein in der Planung für den Austausch der Träger des Bahnhofshallendachs unbedingt notwendiger 100-Tonnen schwerer, achtzig Meter hoher Kran mit 70-Meter-Ausleger, drei Wochen vor Baubeginn plötzlich gestrichen, bzw. durch einen „normal großen“ Zweiwege-Bagger ersetzt wird, hat die Bahn bislang trotz Nachfragen nicht kommentiert. Der Vollständigkeit halber sei hier auch nochmals betont: in Bad Ems werden lediglich die Bahnsteige und die Bahnhofshalle saniert – das Bahnhofsgebäude selbst bleibt bis auf Weiteres unverändert im bekannt desolaten Zustand, es befindet sich in Privatbesitz.

Am Bahnhofsgebäude selbst tut sich erstmal gar nichts – saniert werden der Bahnsteig und die Bahnhofshalle dahinter.
Doch zurück zum so wichtigen Schienen-Ersatzverkehr, also den Bussen, die die Fahrgäste ersatzweise befördern sollen. 250 Unternehmen wurden nach uns vorliegenden Informationen kontaktiert, niemand hat sich als Generalunternehmer für die Leistung beworben. Etwa 30 Unternehmen haben jetzt ein Angebot von Seiten des zuständigen Bahn-Tochter Unternehmens für jeweils einen Teil der Verbindungen, ein nicht unerheblicher Teil der Unternehmen hat dies aber nach den uns vorliegenden Informationen noch nicht abschließend bestätigt. Dass das, und die fehlende Ortskenntnis einiger eingesetzter Unternehmen vor allem in der Anfangsphase zu Problemen führen kann, liegt auf der Hand.
Für zusätzliche Komplikationen, auf der dann stark frequentierten Umleitungsstrecke, sorgen zwei kurzfristig eingeplante weitere Straßensanierungen. Auf der B49 wird direkt ab dem 25. November zwischen den Auffahrten Lahnstein und Horchheimer Höhe für eine Woche jeweils nur ein Fahrstreifen bei Verschwenkung auf die Gegenspur zur Verfügung stehen. Und auch an der Bäderleibrücke in Bad Ems muss der „Verkehrsknoten Lahnstraße – B260 /L327“ plötzlich ganz dringend saniert werden – deswegen wird auch da zwischen dem 2. und 10. Dezember nur ein ampelgeregelter Fahrtstreifen zur Verfügung stehen.
Während der Sperrphase wird 56aktuell tagesaktuell über Anpasungen, Veränderungen und die Funkionalität der Maßnahmen berichten. Die aktuellen Informationen gibt es dabei aber auch auch ganz bequem über WhatsApp: unseren 56aktuell-WhatsApp-News-Channel könnt ihr durch klicken auf den Einladungslink – natürlich kostenfrei – abonnieren.
Zusätzliche Verbindungen im Schülerverkehr (Stand 22.November):


Zum nochmals aktualisierten Fahrplan (Stand 21. November) für alle Linien und zusätzliche Schülerbusse inklusive Anschluss-Bahnverbindung nach Limburg bzw. Mayen geht es über diesen Link – dahinter verbergen sich, nach Abfahrtszeiten, Linien, Gültigkeitsdatum und natürlich Haltestelle /Bahnhof geordnet, ganze 19 PDF-Seiten.


