Nievern | 11. Februar 2026 | (ww). Die vorgestern von 56aktuell angekündigte Sperrung des Bahnübergangs in Nievern hat viele Fragen aufgeworfen und für zahlreiche Kommentare in den sozialen Medien und Rückfragen in der Redaktion, bei Ortsbürgermeister Lutz Zaun und beim Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Bad Ems gesorgt.
Zum Hintergrund:
In einer Pressemeldung hatte das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau die Sperrung des Bahnübergangs vom Samstag, 7. März (7 Uhr) bis Mittwoch 11. März (18 Uhr) angekündigt. Vor allem die beiden zunächst veröffentlichten Umleitungen in Einbahnstraßenregelung durch den Miellener Weg in Richtung Miellen und die Früchter Straße /K65 in Richtung Nievern hatten Fragen aufgeworfen.
Was passiert mit der Andienung (vor allem durch Milchlaster) der Höfe auf dem Hühnerberg? Müssten Nieverner aus dem Oberdorf dann wirklich zum Sportplatz oder Schützenhaus über Miellen und Frücht fahren? Warum wurde die Gemeinde Miellen nicht über die Pläne informiert? Wer übernimmt die Kosten für eine eventuell nötige Reparatur des sowieso schon sehr malträtierten Miellener Weges? Und vor allem: geht das Ganze nicht einfacher?
Die 56aktuell Nachfrage beim VG-Ordnungsamt ergab: die Einbahnlösung für die K65 (und damit auch die daraus resultierende Einbahnregelung im Miellener Weg) war eine Auflage des LBM. Hintergrund dafür könnte der bereits sehr schlechte Zustand der K65 und besonders deren Bankette nach der Nutzung als Umleitungsstrecke für die B260 im vergangenen Jahr sein. Die bis dahin sowieso schon in Auflösung begriffene Kreisstraße ist seit dieser intensiven Nutzung in einem Zustand, der kaum noch über dem eines unasphaltierten Wirtschaftsweges liegt.
Heute dann die überraschende Kehrtwende: nach erneuten Gesprächen entfallen nun die strittigen Einbahnstraßenregelungen und dadurch auch die Nutzung des in Eigentum der Deutschen Bahn befindlichen Miellener Weges. „Der LBM hat seine Meinung zur Einbahnregelung nicht geändert, als anordnende Straßenverkehrsbehörde sehen wir das aber anders. Durch eine geplante Sonderregelung für die Andienung der Höfe auf dem Hühnerberg wäre das ja sowieso keine echte Einbahnstraße gewesen. Da solche Sonderregelungen für die Verkehrsteilnehmer bei Einbahnstraßenbeschilderung nur schwer nachzuvollziehen sind und so zum Sicherheitsrisiko werden könnten, wird das nun anders geregelt“, heißt es heute aus der Verbandsgemeindeverwaltung.
Die wesentlichen Änderungen:
- Der Miellener Weg ist als Umleitung komplett raus.
- Im Nieverner Oberdorf und bis zum Schützenhaus bleibt die Verkehrsregelung ebenfalls im Normalzustand.
- Oberhalb des Schützenhauses und unterhalb des ersten Hofes auf dem Hühnerberg regelt eine Ampel den, nur in diesem Bereich einspurig geführten, Verkehr.
- Milchlaster, Müllautos und landwirtschaftliche Fahrzeuge erreichen die Höfe auf dem Hühnerberg – wie normal – im Gegenverkehr von Frücht aus.
Mittlerweile liegen allerdings auch weitere Informationen zu der zunächst für fünf Tage geplanten Sanierungsmaßnahme vor. Für Fußgänger soll eine Verbindung zwischen Oberdorf und Unterdorf erhalten bleiben. „Fußgänger können aber nicht den Bahnübergang selbst nutzen. Wegen der Bauarbeiten muss eine Umleitung über den Bahnsteig und die Gleise eingerichtet werden“, heißt es aus dem Ordnungsamt.
Bahnverkehr wird eingestellt
Der Bahnverkehr wird für den Zeitraum der Baumaßnahme eingestellt. „Es sollen Arbeiten an Schwellen und Gleisen ausgeführt und die Gummi-Platten sowie der Asphalt im Übergansgbereich erneuert werden. Dafür wird nach derzeitigem Stand der Planungen und nach aktueller Rückfrage bei der Bahn der Zugverkehr zwischen Samstag, 7. März, 22 Uhr und Montag, 9. März, 4.40 Uhr eingestellt“, so die Antwort auf die 56aktuell-Anfrage im Ordnungsamt. Der Umstand, dass die Sperrung des Bahnverkehrs kürzer als die bislang veröffentlichte Sperrdauer ist, könnte ein Hinweis darauf sein, dass ein gewisser Puffer für die Arbeiten eingeplant wurde, also mit einem früheren Ende der Arbeiten zu rechnen sein könnte. Wie sich allerdings Witterungseinflüsse auf die Arbeiten auswirken können bleibt derzeit unbeantwortet. Ebenso offen ist derzeit die Frage von wo bis wo der Zugverkehr ausfällt und ob ein Ersatzverkehr eingerichtet wird. Eine Pressemeldung der Bahn dazu gibt es derzeit (noch) nicht.
Wie die Anfahrt für Rettungsdienst und Feuerwehr im gesamten Ort geregelt sein wird, wurde derzeit ebenfalls noch nicht kommuniziert. Das hatte bei der letzten Sperrung des Übergangs im Mai 2024 für massive Probleme gesorgt, Absprachen und Planungen waren nicht eingehalten worden, 56aktuell berichtete.

