Home Blaulicht Abendliche Suchaktion im Rhein: Was ist wirklich passiert?

Abendliche Suchaktion im Rhein: Was ist wirklich passiert?

Zunächst wurden Feuerwehren und Rettungsdienste aus zwei Landkreisen zur Rettung eines Kindes aus dem Rhein alarmiert

Boppard / Osterspai /Braubach /Lahnstein | 2. August 2026 | (ww). Auf dem Rhein und an beiden Rheinufern kam es gestern Abend ab ca. 21.30 Uhr zu einem größeren Such- umnd Rettungseinsatz. Erste Alarmierungen der Feuerwehren und Rettungsdienste in beiden Landkreisen lauteten „Kind im Wasser“. Auf der Rhein-Lahn-Kreis-Seite begann die Suche in Höhe Osterspai bei Rheinkilometer 576 auf der gegenüberliegenden Seite bezog sich die Meldung des Einsatzortes auf den Campingplatz Sonneneck bei Boppard. Hartnäckig hielt sich bis zum Einsatzende und darüber hinaus das Gerücht, dass zunächst ein Kind in die Fahrrinne gelangt sei und schließlich ein Jugendlicher oder Erwachsener nach einem Rettungsversuch vermisst würde. Weitere Meldende hatten angegeben, das ein Schwimmer von einem Frachtschiff angesogen, überfahren und seitdem vermisst würde. Gegen 22.30 Uhr wurde der Einsatz beendet, nachdem  gut einen Kilometer rheinabwärts eine Person aufgefunden wurde. An dem Einsatz beteiligt waren alle Rheinanliegerfeuerwehren im fraglichen Bereich, der Rettungsdienst, die Polizei und die Wasserschutzpolizei sowie zwei Hubschrauber.

Der Rhein ist eine Autobahn für Schiffe. Man geht ja auch nicht zum Spielen auf die Autobahn“

Ein Beamter der Wasserschutzpolizei Koblenz erklärt plakativ die Gefährlichkeit des Rheins für Schwimmer
Um 6.18 Uhr heute Morgen kam die aufklärende Meldung der Wasserschutzpolizei: zu keinem Zeitpunkz sei ein Kind im Rhein in Gefahr geraten. In der Tat sei aber ein Schwimmer auf Höhe des Campingplatzes „beim Schwimmen in Ufernähe durch den Sog eines zu Tal fahrenden Frachtschiffs in die Mitte der Fahrrinne und weiter in Fließrichtung mitgezogen wurde. Etwa einen Kilometer weiter gelang es der Person selbstständig ans Ufer zu schwimmen. Er wurde dort am Ufer sitzend von einem Suchtrupp angetroffen“, heißt es in der Mitteilung der Wasserschutzpolizei.   Auf telefonische Nachfrage von 56aktuell schließt die Wasserschutzpolizei eindeutig aus, dass ein Kind ins Wasser geraten sei. Demnach habe es auch keinen Rettungsversuch gegeben, sondern lediglich einmal mehr ein lebensgefährliches Verhalten eines Schwimmers. Die Wasserschutzpolizei hat bereits mehrfach vor den Gefahren durch den Sog der Frachtschiffe gewarnt, der bei Niedrigwasser auch in der engeren Fahrrinne noch heftiger ausfallen kann. Dies wiederholt der Beamte am 56aktuell Telefon auch nochmal klar und (eigentlich) leichtverständlich: „Im Rhein zu schwimmen ist lebensgefährlich! Der Rhein ist eine Autobahn für Schiffe – man geht ja auch nicht zum Spielen auf eine Autobahn“. Dieses Mal ist nochmal alles gutgegangen, allerdings bringen zahlreiche solcher Einsätze – und parallel auch noch immer mehr Vegetationsbrände – die Blaulichtfamilie deutlich an ihre Leistungsgrenzen. Quelle: Polizeipräsidium Einsatz, Logistik und Technik, übermittelt durch news aktuell