Nievern | 23. April 2022 | (ww). Dieser Einsatz dürfte auch einmal mehr unter die Rubrik „Wenn du meinst, du hast schon alles gehört“ fallen…Gegen 8.30 Uhr heute morgen hält ein Regionalbahnzug am Nieverner Bahnhof, der Zugbegleiter/ Zugführer steigt aus, stellt einen Koffer ab, steigt wieder ein – der Zug fährt weiter. Wenig später kommen Beamte der Bundespolizei, inspizieren das Gepäckstück und transportieren es ab. Was ist passiert? Ein Mitreisender gegenüber 56aktuell: „Der Zugführer hat im Zug einen herrenlosen Koffer entdeckt, dann hat er ziemlich hektisch telefoniert. In Nievern wurde angehalten, da hat er den Koffer rausgestellt. Als ich nachfragte, wurde mir gesagt, dass wir jetzt eigentlich den Zug hätten verlassen müssen um zu warten bis das geklärt wäre, er aber die Polizei informiert und den Koffer abgestellt habe, damit wir weiterfahren könnten. Eine Durchsage oder offizielle Information an alle gab es aber nicht“.
Als der 56aktuell-Reporter am Bahnhof in Nievern eintrifft ist ein Fahrzeug der Bundespolizei vor Ort, vier Beamte befinden sich auf dem Bahnsteig – sie haben sich nach in Augenscheinnahme dazu entschieden den Koffer ohne „großen Bahnhof“, also Spürhunde, Streckensperrung und Räumkommando, abzutransportieren. Allerdings zeigten sich die Beamten über die Schilderung aus dem Zug ziemlich verwundert. Die Information, dass der Koffer aus einem Zug stammt und von einem Zugbegleiter / Zugführer dort abgestellt wurde, war ihnen und der Dienststelle nicht bekannt. Sie waren lediglich mit der Information „herrenloses Gepäckstück“ zum Nieverner Bahnhof alarmiert worden. „Die ganzen Umstände sind aber für die Risikobewertung entscheidend, bzw. hilfreich. Das Vorgehen, sollte es denn so stattgefunden haben, entspricht auch keineswegs dem Lehrbuch, bzw. den Vorgaben. Als wir hier ankamen stand das Gepäckstück völlig sich selbst überlassen am Bahnhof – das darf so nicht passieren“, so einer der Beamten vor Ort.
Letztendlich wurde der Koffer im Streifenwagen der Bundespolizei abtransportiert und in Nievern selbst hat kaum jemand etwas von der „Bombenstimmung“ mitbekommen.





