Kemmenau | 12. August 2026 | (ww). Heute Mittag gegen 12.30 Uhr wurden die Feuerwehreinheiten aus Kemmenau und Bad Ems zu einem Waldbrand im Bikepark Bad Ems an der „Schönen Aussicht“ bei Kemmenau alarmiert. Maximilian Weckerle, neben Horst Hohn einer der beiden ehrenamtlichen Bikepark-Verantwortlichen, war in der Bikepark-Werkstatt beschäftigt, als er Rauch bemerkte und das Prasseln der Flammen im Abschnitt Northshore, dem Startabschnitt der Bikepark-Abfahrt mit der markanten langen Holzrampenkonstruktion, hörte. Er kontaktierte umgehend „Doc“ Hohn, der die Leitstelle informierte und den genauen Einsatzort beschrieb. Markus Fries, neuer (kommissarischer) Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Kemmenau war im ersteintreffenden Fahrzeug und noch bei der ersten Lageeinschätzung im dichten Bewuchs, als schon vom Polizeihubschrauber aus, ein „sich schnell ausbreitender Waldbrand auf gut 300 Quadratmetern“ an die Leitstelle gemeldet wurde. Parallel zur mit alarmierten Einheit Bad Ems wurde der auf das ganz Kreisgebiet verteilte Waldbrandzug des Rhein-Lahn-Kreises alarmiert, im weiteren Verlauf stellte sich aber heraus, dass dieser noch auf der Anfahrt den Einsatz (zunächst) wieder abbrechen konnte. Lediglich eine Komponente des Kreiszuges, das TLF 4000 der FF Singhofen, geht bei Wald- und Vegetationsbränden mit schwieriger Wasserversorgungslage (also meistens) im Bereich der Alt-VG Bad Ems standardmäßig mit in den Einsatz, so auch heute Mittag.
Trotz des sehr schnellen und sehr effektiven Einsatzes der Feuerwehr wurde der untere Teil der Nothshore-Rampe durch das Feuer komplett zerstört, hunderte ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden verwandelten sich innerhalb von Minuten in Holzkohle. Der Sachschaden ist massiv, die Wiederherstellung dürfte in Zeiten schwindender Bereitschaft zum körperlich fordernden ehrenamtlichen Einsatz bei den Holz- und Erdarbeiten zur Herausforderung werden – ganz abgesehen von der erneuten Beschaffung der finanziellen Mittel dafür.
Der Einsatz für die Feuerwehr gestaltete sich aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen sehr fordernd, aber auch der stark verwurzelte Boden mit dem dichten, nicht allzu hohen Bewuchs sorgte für kraftraubenden körperlichen Einsatz an der Belastungsgrenze. Im Pendelverkehr wurde Löschwasser in die Nähe der Einsatzstelle gefahren. Schon während dieses Einsatzes gab es eine zweite, deutlich kleinere Einsatzstelle, die sich eventuell durch Funkenflug erklären lassen könnte. Diese konnte aber klein gehalten und sehr schnell abgelöscht werden. Glücklicherweise herrschte rund um die „Schöne Aussicht“ heute nahezu Windstille, was die Löscharbeiten begünstigte. Zur Brandursache gab es, wie zu erwarten, vor Ort keine Angaben, dass so ein Brand von alleine entsteht ist aber extrem unwahrscheinlich. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache jedenfalls aufgenommen. Maximilian Weckerle von der Bikepark-Crew berichtete vor Ort von Wanderern sowie Bikern(!) die er rauchend an und sogar auf der Strecke gesehen habe. Stadtbürgermeister Oliver Krügel, der sich als Hausherr der Bikepark-Strecke ein Bild der Lage vor Ort machte, bezeichnete ein solches Verhalten unter den derzeitigen Bedingungen im Wald als „unverantwortlich“. Spekulationen um eine gezielte Sabotage am Bikepark hält Weckerle von der Bikepark-Crew für eher unwahrscheinlich: „Vandalismus-Fälle (56aktuell berichtete mehrfach, die Red.) gab es seit längerer Zeit nicht mehr“, so Weckerle. Ein Beamter der Forstverwaltung äußerte sich mit den Worten: „Egal wie – von alleine fängt das jedenfalls nicht an zu brennen.



















Gegen 14.30 war der Einsatz beendet und die Feuerwehren kehrten in ihre Gerätehäuser zurück um die Einsatzbereitschaft wieder herzustellen. Ein Team der Einheit Bad Ems kehrte aber mit dem MZF (kein Löschfahrzeug) nochmals an die Einsatzstelle zurück um zu überprüfen ob ggf. noch Ausrüstungsgegenstände vor Ort verblieben waren. Das war nicht der Fall, der zwischenzeitlich vermisste Ausrüstungsgegenstand war mittlerweile im Kemmenauer Gerätehaus aufgefunden worden, was das Team aber an der Einsatzstelle vernahm, war das klassische Geräusch brennender Nadelbäume ungefähr 50 Meter unterhalb der erste Einsatzstelle. Dort war erneut ein Brand in der Entstehungsphase, der sich schnell ausbreitete. Sofort wurde die Leitstelle informiert, die erneut Alarm auslöste, aufgrund der sehr schnellen Ausbreitung im dichten Unterholz wurden für den zweiten Einsatz neben Kemmenau, Bad Ems und Singhofen auch noch die Einheiten Becheln, Bergnassau-Scheuern, Winden, Lahnstein, Arzbach und Nassau für den Grundschutz in der VG alarmiert. Zweiter glücklicher Umstand des Nachmittags: Mit dem zufällig im MZF geladenen Waldbrandcontainer und dem enthaltenen Schlauchmaterial konnten vor Ort schon eine Wasserversorgung aufgebaut werden, die beim Eintreffen der Verstärkung quasi nur noch an die Wasserversorgung angeschlossen werden musste – das sparte neben der zufälligen Entdeckung des neuen Feuers weitere wertvolle Einsatzzeit. Ein bemerkenswertes Kuriosum am Rande: die Einheit Kemmenau erreichte der Alarm beim Betanken des Einsatzfahrzeugs in Bad Ems, so dass die Kemmenauer zum ersten Mal aus Bad Ems mit dem Einsatzfahrzeug zum Einsatz „daheim“ anrückten – übrigens ohne den Tankvorgang und vor allem die Abrechnung komplett abgeschlossen zu haben. Sie informierten lediglich kurz die Kraft an der Kasse und verließen das Gelände mit Blaulicht und Martinshorn in Richtung Schöne Aussicht. An der Bell-Oil Tankstelle in Bad Ems dürfte dies aber kein Problem darstellen: Besitzer Dirk Wagner ist selbst langjähriges Mitglied der Bechelner Feuerwehr.
Der zweite Brand erfasste eine ungefähr doppelt so große Fläche wie beim vorherigen Einsatz. Gegen 20 Uhr war schließlich auch der zweite fordernde Einsatz des Tages in der Rückbauphase. Auch beim zweiten Feuer gibt es keine Angabe zur Brandursache. Funkenflug könnte als Ursache in Betracht kommen, wurde von den Einsatzkräften vor Ort aber eher bezweifelt.

