Koblenz-Altstadt | 4. August 2026 | Willi Willig. Was ist am vergangenen Freitag in Koblenz in der Nähe der „Alten Burg“ passiert? Gab es ein Gewaltverbrechen? Und wenn, ja, wurde dieses vertuscht? In der Facebook-Gruppe Koblenzer Altstadt werden die Geschehnisse vom Freitag jedenfalls heiß diskutiert. Die Polizei arbeitet nach Kenntnis von 56aktuell aktuell an einer Pressemitteilung.
„Am Wochenende wurde die Altstadt wieder zu einem Tatort. Laut Augenzeugen wurde bei einer Schlägerei eine Person mindestens sehr schwer verletzt. Die Polizei hat am Samstag (!) mehrere Stunden Spuren gesichert. Weitere Informationen wurden bisher nicht publiziert. Vielleicht möchten einige Verantwortlichen der Stadt nach wie vor den Schein einer sicheren Altstadt nach Sonnenuntergang weiter Aufrecht halten?“, fragt ein Gruppenmitglied und postet Fotos vom (angeblichen) Tatort. Ein weiteres Mitglied schildert Wahrnehmungen: „Die Blutspur hat sich durch den Burggarten runtergezogen zum Peter-Altmeier-Ufer. Vor der Balduinbrücke ist sie geendet. Am Samstag war am Moselufer jede Menge Zivilpolizei/Spurensicherung unterwegs. Da ist mehr passiert, wie die üblichen Schlägereien“. Ein Altstadt-Gastronom gibt weiter, was die Menschen sich erzählen: „Anscheinend gab es eine tödliche Messerattacke und das Opfer wurde anschließend in die Mosel geworfen. Es war sehr viel Blut in dem Bereich, was am Samstag Vormittag noch zu sehen war“ und ein weiteres Gruppenmitglied bestätigt: „Genau so ist es mir auch berichtet worden, aber nirgendwo was darüber zu lesen.“
Insgesamt ziehen sich die Spekulationen durch mehrere Gruppen und Privataccounts. Eine der Hauptthesen dabei: die Stadt wolle verhindern, dass Koblenz negative Schlagzeilen mache, vor allem vor dem Rhein-in-Flammen-Wochenende. Der allgemeine Tenor: Da muss ja was dran sein – sonst wäre doch berichtet worden.
56aktuell hat erst heute Vormittag durch einen weitergeleiteten Facebook-Post von dem Vorfall und den Spekulationen erfahren und sofort mit dem Pressesprecher des Polizeipräsidiums Kontakt aufgenommen. Jürgen Fachinger bestätigte „einen Vorfall und Ermittlungen“, weißt die Spekulationen aber deutlich zurück. Eine Pressemeldung dazu kündigte er für heute Nachmittag an, allerdings müsse die auch mit der Staatsanwaltschaft abgestimmt werden. Er könne deshalb zum jetzigen Zeitpunkt auch aus den oben genannten Gründen keine Details preisgeben. Was aber aus dem Gespräch herauszuhören ist, ist, dass Fachinger nicht damit zufrieden zu sein scheint, dass seine Abteilung, also die Presse und Öffentlichkeitsarbeit erst heute darauf reagieren kann, nachdem solche Gerüchte hundertfach geteilt und kommentiert und tausendfach gelesen wurden. Obwohl er wie erwähnt keinerlei Details preisgibt, wirkt es aber so, als würde sich der Vorfall aus polizeilicher Sicht deutlich abweichend darstellen.
Es wird nachberichtet, wenn die Pressemeldung des Präsidiums vorliegt.
Foto(s): Facebook-Gruppe Koblenzer Altstadt ohne Urheberangabe / zur Darstellung des Sachverhalts

