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Mann stirbt bei tragischem Unfall in Diez

Gleich zwei Einsätze für die Feuerwehr Diez-Freiendiez - zweimal technische Hilfe - zweimal sind die Umstände ungeklärt

Diez | 23. Dezember 2025 | Willi Willig. Heute Nachmittag wurde die Feuerwehr Diez-Freiendiez kurz nacheinander zu gleich zwei Einsätzen alarmiert. Zweimal stand nach der Alarmierung technische Hilfe an, beide Male sind die Ursachen noch unklar und Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. In einem Fall kam leider jede Hilfe zu spät. In der August-Horch-Straße wird ein Mann beim Verladen eines Fahrzeugs zwischen zwei Transportern eingeklemmt und stirbt noch an der Unfallstelle, im anderen Fall droht ein Fahrzeug in der Schaumburger Straße (weiter) abzustürzen. Es war über ein Grundstück in den steilen Hang geraten – von einem möglichen Fahrer fehlte zunächst jede Spur. 56aktuell hat mit dem stellvertretenden Wehrleiter der Diezer Feuerwehr, Thomas Wilbert, über die Einsätze gesprochen:

Es ist 15.27 Uhr als der 110. Alarm für dieses Jahr für die Feuerwehr Diez-Freiendiez eingeht: „H1, technische Hilfe, auslaufende Betriebsstoffe, keine Person im Fahrzeug, Fahrzeug droht abzurutschen“, so die Alarmierungs-Stichworte. Auf einem Grundstück in der Schaumburger Straße hängt ein Fahrzeug im Hang. Es ist wohl über das Grundstück, offenbar rückwärts, in den steilen Hang gerollt. Von einem möglichen Fahrer gibt es beim Eintreffen der Feuerwehr keine Spur. Ob das Fahrzeug sich ohne Insassen in Bewegung gesetzt hat und was wirklich zu der Situation geführt hat bleibt unklar. Nach der Sicherung des Fahrzeugs und damit der Gefahrenabwehr bleibt für die Feuerwehr nicht mehr viel zu tun – der Einsatzort wird an die Polizei und einen Abschleppdienst übergeben. Das ist auch gut so, denn ein Teil der Einsatzkräfte und der Ausrüstung werden in der August-Horch-Straße dringend gebraucht.

Um 15.46 Uhr, also noch während des laufenden Einsatzes in der Schaumburger Straße, geht der zweite Alarm ein. Sofort rückt ein Teil der Mannschaft ins Industriegebiet in der August-Horch-Straße ab und trifft in Rekordzeit am Einsatzort ein, da ja die Phase der Alarmierung mit Erreichen des Gerätehauses im noch aktiven Einsatz entfällt. Das Stichwort zu Einsatz Nummer 111 des Jahres: „Person in Zwangslage“ – wie tragisch die Lage wirklich ist, können die Aktiven zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Auf ein Gespann aus Transporter und Anhänger soll ein weiterer Transporter aufgeladen und abtransportiert werden, dabei kommt es zu einem tödlichen Unfall. Ein Mann der am Heck des Zugfahrzeugs steht wird beim Aufladen des Transporters eingeklemmt, das Fahrzeug rollt über den Anhänger hinaus, gegen den Mann und das Heck des Zugfahrzeugs. Der Mann hat keine Chance, beim Eintreffen der Feuerwehr ist er nicht (mehr) ansprechbar, der Rettungsdienst trifft nur eine Minute später ein und beginnt mit der Versorgung des Eingeklemmten, ein Notarzt ist bereits unterwegs.

Die Feuerwehr bereitet eine Rettung vor. „Zuerst beginnt die Versorgung, dann erfolgt die Rettung, wenn der Rettungsdienst, bzw. der Notarzt dies freigibt. Wenn man den Druck vom Eingeklemmten nimmt, können sich Verletzungen und Blutverlust unter Umständen dramatisch verschlimmern“, erklärt Wilbert. Deshalb wird alles für beide mögliche  Formen der Rettung – die sogenannte Crashrettung oder die sanftere und zeitaufwändigere Variante – vorbereitet. Das Fahrzeug wird bereits an der Winde des Feuerwehrfahrzeugs angeschlagen. Doch der ebenfalls sehr schnell eingetroffene Notarzt kann nur noch den Tod der immernoch eingeklemmten Person feststellen. Ob der Tansporter auf den Anhänger gefahren oder geschoben wurde ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen, vor Ort verhindern der Schock der Situation und die Sprachbarriere eine Kommunikation mit einem offenbar weiteren Beteiligten. Doch nicht nur die Aktiven der Feuerwehr werden Zeuge der tragischen Ereignisse, das Fahrzeug mit dem Anhänger stand in einer Parkbucht am Straßenrand, Passanten hatten bereits versucht Erste-Hilfe zu leisten und sogar ein zufällig anwesender ADAC-Mitarbeiter war schon bereit mit der Winde an seinem Fahrzeug den Transporter zurückzuziehen als die Feuerwehr eintraf. Auch diese Einsatzstelle wurde für umfangreiche Ermittlungen an die Polizei übergeben. Es wird ggf. nachberichtet.

Fotos: Titelbild – Symbolbild / PIxabay | Foto Einsatz 1: FFDiez-Freiendiez