Home Slider Nicht schon so wieder so ein Debakel wie am Peter-Altmeier-Ufer!

Nicht schon so wieder so ein Debakel wie am Peter-Altmeier-Ufer!

Freie Wähler starten Petition gegen Verkehrsversuch an der Balduinbrücke

Koblenz | 15. Juni 2026 | (ww). In seiner jüngsten Sitzung hat der Koblenzer Stadtrat die Durchführung eines Verkehrsversuchs an der Balduinbrücke beschlossen. Dieser wird zu starken Einschränkungen des Verkehrsflusses in Form von Staus, Ausweichverkehr und zusätzlichen Belastungen in anderen Bereichen der Stadt führen. Diese negativen Auswirkungen werden vor allem Anwohner, Pendler, Gewerbetreibende, Besucher der Innenstadt und ÖPNV-Nutzer erleben, warnen die Freien Wähler im Stadtrat.

Die Freien Wähler haben schon im November 2025 vor der Maßnahme gewarnt und die zu erwartenden Probleme aufgezeigt. Auch in der vergangenen Ratssitzung hat sich die Fraktion klar gegen den Verkehrsversuch ausgesprochen und diesen geschlossen abgelehnt. Der Antrag der Stadtverwaltung fand jedoch eine Mehrheit im Rat, sodass die nun beschlossene Umsetzung voraussichtlich noch im dritten Quartal erfolgen wird.

„Die Maßnahme ist ein Fehler und Folge einer ideologischen und autofeindlichen Grünen-Politik“, fasst der Freie Wähler-Kreisvorsitzende Dennis Graf den Sachverhalt zusammen. „Auf der Balduinbrücke ist ein ungestörter Verkehrsfluss dringend notwendig, da sie der zentrale Verbindungspunkt zwischen der Innenstadt und dem Stadtnorden ist. Der Verkehrsversuch der Stadtverwaltung wird diese wichtige Verbindung jedoch empfindlich stören, ohne dass das erforderlich ist. Dafür soll die Stadt nun eine viertel Million Euro ausgeben und auch die koveb wird mit rund 400.000 Euro belastet. In Zeiten knapper Kassen, in denen der Stadtrat jedes Jahr hart um die Haushalte ringen muss, sieht verantwortungsbewusste Politik anders aus“, so das klare Fazit.

Stephan Wefelscheid, Mitglied des Kreisvorstandes und Fraktionsvorsitzender im Stadtrat ergänzt: „Wir haben als Fraktion versucht, dieses unsinnige Vorhaben zu stoppen, um nicht erneut eine Situation wie am Peter-Altmeier-Ufer zu erleben. Dort hat die Stadt auch sehr viel Geld für einen Verkehrsversuch ausgegeben, der wegen massiver Verkehrsbeeinträchtigungen zurückgebaut werden musste. Nach viel Kritik musste die Stadt einlenken – geblieben sind aber hohe Kosten, die man sich hätte sparen können, wenn man die betroffenen Bürger vorher involviert hätte.“

Die Freien Wähler Koblenz haben viel Kritik an der Maßnahme aus Reihen der Bürger erfahren. Deshalb wurde nun eine Petition ins Leben gerufen, die diese kritischen Stimmen im Vorfeld der Baumaßnahme sichtbar machen soll. „Das Peter-Altmeier-Ufer sollte uns eine Lehre sein: die Politik muss den Bürgern zuhören, bevor sie viel Geld für spontane Ideen ausgibt“, so Graf und Wefelscheid übereinstimmend „Wir möchten nun den Bürgern die Möglichkeit geben, ihre Kritik zu äußern, bevor es zu spät ist. Deshalb bitten wir sie, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und unsere Petition zu unterstützen. Wir werden online, aber auch auf der Straße dafür werben, dass die Koblenzer Bevölkerung der Stadtverwaltung hierzu eine klare Absage erteilt.“

Interessierte Bürger finden die Petition online unter:
https://www.openpetition.de/petition/online/balduinbruecke-verkehrsversuch-stoppen

Der Stadtrat hatte in seiner jüngsten Sitzung Ende Mai mehrheitlich beschlossen, dass auf der Balduinbrücke „zur nachhaltigen Verbesserung des Rad- und Fußverkehrs und zur Beruhigung des Altstadtbereichs“ verschiedene Maßnahmen umgesetzt  werden, darunter ein einjähriger Verkehrsversuch mit massiven Eingriffen in den motorisierten Verkehr. Der Stadtrat nahm das Vorhaben zur Kenntnis, genehmigte die dafür vorgesehenen Haushaltsmittel und beauftragte die Verwaltung mehrheitlich bei 13 Gegenstimmen, vor Errichtung eines Kreisverkehrs an der Kreuzung „An der Moselbrücke“, „Balduinbrücke“ und „Burgstraße“ ein Verkehrskonzept für die Altstadt vom Peter-Altmeier-Ufer bis zum Friedrich-Ebert-Ring zu erarbeiten. Die Dauer des Verkehrsversuchs auf der Balduinbrücke wird auf ein Jahr festgelegt. In dieser Zeit soll die Fahrbahn auf eine Breite von drei Metern begrenzt werden. Ein seitliches Überholen wird nicht mehr möglich sein. Im Laufe des Verkehrsversuches finden weitere Verkehrsbeobachtungen und -zählungen statt, um die Auswirkungen der geänderten Verkehrsführung nachzuvollziehen und zu bewerten. Die Umsetzung ist bereits für das dritte Quartal 2026 geplant.

Quelle: PM Freie Wähler im Stadtrat Koblenz | PM Stadt Koblenz / Foto: Stadt Koblenz/Andreas Egenolf