Sanierung der L 334 zwischen Dahlheim und Wellmich auf frühestens 2025 verschoben

Aussage des LBM sorgt für Unmut

by Christin Maus

Dahlheim | 20. September 2022 | (cm).  Hiobsbotschaft für die Verbandsgemeindeverwaltung Loreley: die Arbeiten für die sanierungsbedürfte L 334  zwischen Dahlheim und Wellmich werden wohl frühestens erst 2025 über die Bühne gehen können. Das hat der neue Leiter der Niederlassung des Landesbetriebes Mobilität (LBM) Diez, Benedikt Bauch, jetzt bei seinem Antrittsbesuch dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley, Mike Weiland, mitgeteilt. Dieser zeigte sich zusammen mit dem Landrat des Rhein-Lahn-Kreises Jörg Denninghoff und Dahlheims Ortsbürgermeister Marco Jost wenig erfreut über die Aussage. Nach der Sanierung der Ortdurchfahrt Dahlheim, was im 2. Halbjahr 2023 sein soll, wäre die sanierungsbedürftige freie Strecke zwischen Dahlheim und Wellmich dran gewesen. Ihr letzter Stand sei die Aussage des LBM, dass es dort im Jahr 2024 nahtlos weitergehen soll, so Marco Jost und Mike Weiland. Denn es handele sich um eine wichtige Verbindung zwischen Rhein und Höhengemeinden, die vor allem von Schulbussen und Pendlern genutzt würden.

Bauch begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass bei der Planung der neuen Baustelle die Sanierung der B 42 Hochbrücke Lahnstein sowie den letzten Bauabschnitt der L 335 Braubach – Dachsenhausen berücksichtigt werden müsste. Die gleichzeitige Durchführung aller Baumaßnahmen im Jahr 2024 erscheine aufgrund der Umleitungssituation nicht empfehlenswert. Man beabsichtige daher das Baurecht für die Maßnahme bis zum Jahr 2025 herbei zu führen, betonte der Leiter des LBM Diez Benedikt Bauch.

Außerdem erklärte er, dass die Schadensbeseitigung an der L 334 wieder eine vollständige Planung mit einer detaillierten Beurteilung und Bewertung des Eingriffs in das Gewässersystem sowie in Natur und Umwelt erforderlich mache. Ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren, wie es seit dem Starkregenereignis im Mai 2016 im Wellmicher Bachtal bisher gab, sei rechtlich nicht mehr haltbar. Deshalb könne die Schadensbeseitigung nur im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens zum Baurecht geführt werden. Der straßentechnische Entwurf ist laut Bauch weitestgehend fertiggestellt. Derzeit läuft noch die detaillierte Planung der Gewässerausbau- und Gewässerverlegungsmaßnahmen für die Beseitigung der Schadstellen. Im Anschluss könne dann eine abschließende Beurteilung erfolgen, so Bauch. Dann soll die Gesamtmaßnahme im Zuge eines Planfeststellungsverfahrens zu Baurecht gebracht werden.

Die beiden Bürgermeister Marco Jost und Mike Weiland sowie Landrat Jörg Denninghoff zeigten sich hierüber nicht begeistert, denn das Verfahren ziehe sich aus Sicht der Bürger zu deren Unmut schon viel zu lange hin. In einem persönlichen Gespräch mit den beiden Bürgermeistern und dem Landrat habe der Leiter des LBM Diez noch weitere Gründe genannt, die dem LBM die Planung erschweren. Demnach müsse auch immer auf Materialkapazitäten, Personal und sonstige Unabwägbarkeiten geachtet werden.

Der damalige Leiter des LBM Diez, Lutz Nink, hatte den Angaben zufolge im März 2022 noch sämtliche Straßenbaumaßnahmen im Verbandsgemeinderat Loreley mit deren vorgesehenen Zeitplan vorgestellt. Schon während der öffentlichen Sitzung sei damals von Seiten der kleinsten Ratsfraktion der Ruf nach einer Umweltverträglichkeitsstudie laut, was nach der Vorstellung im Rat damals noch einmal schriftlich gegenüber dem LBM gefordert wurde. Solche Aktivitäten seien absolut nicht nachvollziehbar, zeigten sich die beiden Bürgermeister Mike Weiland und Marco Jost beim Ortstermin erbost. Da setze man die ohnehin nur wenigen zur Verfügung stehenden Hebel ein, damit die Straßen im ländlichen
Raum nicht nur saniert, sondern die Sicherheit der Autofahrer und vor allem auch der Kinder, die in den Bussen über die Straße gefahren werden, schnellstmöglich erhöht wird und dann werde das auch noch durch politische Eingaben beim LBM torpediert, so Weiland und Jost. Sie fordern, dass jetzt die Weichen zur zügigen Sanierung gestellt werden, vor allem von den Bau- und zuvor von den Genehmigungsbehörden, ohne Wenn und Aber.

Und noch ein weiteres Projekt brennt den Beiden unter den Nägeln. Parallel gelte es zu prüfen, wann man beispielsweise die Kreisstraße 103, von Dahlheim nach Kamp-Bornhofen, die inzwischen ebenfalls stark sanierungsbedürftig
sei, zwischen den großen Baumaßnahmen einschieben könne, so die Forderung von Mike Weiland und Marco Jost gegenüber LBM und Landrat Jörg Denninghoff. Die Maßnahme war laut den beiden Bürgermeistern eigentlich bereits für dieses Jahr im Kreisstraßenbauprogramm vorgesehen und wurde aufgrund von Einsparungen im Kreishaushalt geschoben.

Derzeit wird die Ortsdurchfahrt Dahlheim saniert. Mit der Erneuerung der Ortsdurchfahrt gehe es gut und zügig voran, zeigten sich Marco Jost und Mike Weiland zufrieden. Es handelt es sich um eine zwei Jahre dauernde Maßnahme von LBM, Verbandsgemeindewerken und Ortsgemeinde, bei der nicht nur die Fahrbahn und Gehwege, sondern unter anderem auch die Wasser- und Abwasserinfrastruktur komplett erneuert, inzwischen auch Glasfaserkabel mitverlegt und ein Regenrückhaltebecken zum Schutze der Wellmicher Bach und des gleichnamigen Stadtteiles am Rhein errichtet wird. Die Asphaltarbeiten stehen im 1. Bauabschnitt in Kürze an, so dass dieser Teil in absehbarer Zeit abgeschlossen werden kann, teilte die Verbandsgemeindeverwaltung mit.

 

Quelle + Foto: PM Verbandsgemeindeverwaltung Loreley

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