Koblenz | 10. November 2023 | (ww). Zu viele Schnauzen für zu wenig Hände: Die Tierheime sind am Limit. Um sich ein eigenes Bild von der Situation in seinem Wahlkreis zu machen, besuchte der Koblenzer CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Oster die Einrichtung in Koblenz. Im Gespräch mit der Leiterin des Tierheims, Kirstin Höfer, erörterte der Politiker die Herausforderungen für das engagierte Team und den Tierschutz im Allgemeinen.
Bereits im August hatten sich Tierschützer aus ganz Deutschland in einem Brandbrief, der von mehr als 117 000 Menschen unterschrieben worden war, an die Bundesregierung gewandt. Darin geht es um illegalen Welpenhandel, den unkontrollierten Import von Hunden aus dem Ausland, fehlende Reglementierung für Zuchtverbände, mangelnde Sachkunde bei Hundehaltern oder auch Fachkräftemangel in Tierheimen.
Auch die Einrichtung in Koblenz ist hart an der Grenze der Belastbarkeit. Um die 120 Katzen, darunter zahlreiche Katzenbabys, beherbergt das Tierheim aktuell und ist damit berstend voll. Dazu gibt’s diverse Nager, vor allem Hausratten und Kaninchen. Und natürlich Hunde, die auf die ein oder andere Weise problematisch und daher schwer vermittelbar sind.

Um den Problemen Herr zu werden, wünschen sich Tierschützer Vorgaben und Gesetze. Eine bundesweite Kastrationspflicht für Katzen, wie in Koblenz schon durchgesetzt, wäre eine große Hilfe, eine Chip- und Registrierungspflicht für Hunde und die dazugehörige Kontrolle. „Das würde den Kommunen viel Geld einbringen“, ist Höfer überzeugt. Sie glaubt, dass eine ganze Menge Hundehalter auch in Koblenz und der Region ihre Tiere nicht gemeldet haben und deswegen auch keine Hundesteuer zahlen.

Der Bundestagsabgeordnete Josef Oster (Mitte) erkundigte sich bei den Experten im Tierheim Koblenz, Leiterin Kirstin Höfer und Vorsitzender des Tierschutzvereins Stefan Theisen, wie sich die Situation aktuell darstellt.
Außerdem fordern die Tierfreunde einen Kompetenznachweis für Hundehalter sowie harte Maßnahmen gegen Qualzucht und illegalen Welpenhandel.
„Der Austausch mit den Experten vor Ort hat mir noch einmal gezeigt, wie schwerwiegend die Lage ist“, so Josef Oster, der in regelmäßigem Kontakt zu den Koblenzer Tierfreunden steht und um das große Engagement der Tierfreunde weiß. „Ich werde diese Eindrücke und Ihr Anliegen gern mit nach Berlin nehmen.“
Quelle: PM Büro MdB Oster
Fotos: Marcel Willig

