Bad Ems | 18. Juni 2026 | (ww). Die Stadt Bad Ems und die Verbandsgemeindeverwaltung Bad Ems-Nassau arbeiten gemeinsam weiter an der Klärung der Zukunft der Kurbrücke in Bad Ems. In den vergangenen Wochen fanden hierzu erste Abstimmungsgespräche mit Fachingenieuren statt. Im Ergebnis wird die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie empfohlen, in der mehrere mögliche Varianten zur Zukunft der Kurbrücke betrachtet werden sollen. Der Hauptausschuss der Stadt Bad Ems wurde darüber bereits in seiner Sitzung am vergangenen Dienstag informiert. Gleichzeitig wurde angekündigt, zeitnah zu einer Sondersitzung des Hauptausschusses einzuladen. In dieser Sitzung soll über die Vergabe der Machbarkeitsstudie entschieden werden. Das hierfür erforderliche Honorarangebot liegt inzwischen vor.
Nach Einschätzung der beauftragten Sachverständigen sind an der Kurbrücke umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Eine Instandsetzung direkt vor Ort wird aufgrund der erheblichen Auswirkungen auf die Schifffahrt derzeit als nicht praktikabel angesehen. Die aktuelle fachliche Einschätzung geht vielmehr davon aus, dass die Brücke für die erforderlichen Arbeiten demontiert und in eine spezialisierte Fachwerkstatt transportiert werden müsste. Dort könnten unter anderem der Korrosionsschutz erneuert sowie die Lager der Brücke instandgesetzt werden.
Für dieses Vorgehen sprechen nach Einschätzung der Fachleute auch technische Vorteile. Durch die Demontage können sämtliche Bauteile deutlich besser erreicht und untersucht werden, ohne dass aufwendige Gerüstkonstruktionen über der Lahn erforderlich werden. Zudem lässt sich die historische Stahlkonstruktion abschnittsweise zerlegen, sodass einzelne Bauteile gezielt bearbeitet, instandgesetzt oder bei Bedarf ersetzt werden können. Dies ermöglicht eine umfassende Sanierung unter kontrollierten Bedingungen in einer Fachwerkstatt. Gleichzeitig können bislang verdeckte oder schwer zugängliche Schadstellen genauer untersucht werden, wodurch eine belastbarere Einschätzung des tatsächlichen Sanierungsumfangs möglich wird.
In einem nächsten Schritt sollen die Eigentumsverhältnisse der über die Brücke geführten Leitungen und Versorgungsmedien ermittelt werden. Sollte deren Weiternutzung während einer Sanierungsphase erforderlich sein, wäre gegebenenfalls die Errichtung einer Behelfsbrücke notwendig. Die hierfür entstehenden Kosten wären grundsätzlich von den jeweiligen Leitungseigentümern zu tragen, soweit keine abweichenden Vereinbarungen getroffen werden. Ziel der Machbarkeitsstudie ist es, verschiedene Handlungsoptionen einschließlich einer groben Kostenschätzung zu untersuchen und damit eine belastbare Grundlage für die weiteren Entscheidungen des Stadtrates zu schaffen. Dabei sollen unterschiedliche Varianten betrachtet werden. Neben einer möglichen Behelfsbrücke zur Aufnahme von Leitungen und Versorgungsmedien soll auch geprüft werden, ob eine zusätzliche Nutzung für den Fußgängerverkehr sinnvoll und verhältnismäßig wäre. Die Ergebnisse sollen dem Stadtrat ermöglichen, Nutzen und Kosten der jeweiligen Varianten sorgfältig gegeneinander abzuwägen.
Darüber hinaus soll die Machbarkeitsstudie ebenfalls prüfen, ob eine Sanierung der Brückenpfeiler technisch erforderlich ist. Ferner sollen weitere Fragestellungen zur zukünftigen Ausgestaltung der Brücke betrachtet werden. Hierzu zählt auch der Aspekt der Barrierefreiheit, der im Rahmen der Untersuchung fachlich bewertet werden soll. Für die weiteren Planungen wird eine enge Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) sowie dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt erfolgen.
Mit der geplanten Machbarkeitsstudie soll die Situation der Kurbrücke nun umfassend und vertieft betrachtet werden. Ziel ist es, die notwendigen Erkenntnisse zu gewinnen, um die verschiedenen Handlungsoptionen fachlich fundiert bewerten und eine langfristig tragfähige Perspektive für dieses wichtige Bauwerk entwickeln zu können. Stadtbürgermeister Oliver Krügel erklärt: „Die Kurbrücke ist ein prägendes Bauwerk unserer Stadt und besitzt eine hohe Bedeutung für das Stadtbild und die Verbindung der beiden Lahnufer. Mit der Machbarkeitsstudie wollen wir die notwendigen Fakten zusammentragen, die technischen Möglichkeiten aufzeigen und die Auswirkungen der unterschiedlichen Varianten bewerten. Auf dieser Grundlage können die politischen Gremien die erforderlichen Entscheidungen für die Zukunft der Kurbrücke treffen.“

