Berlin/Mülheim-Kärlich | 28. Juli 2024 | (ww). Alles andere als fade: In den Produktionshallen, Fluren und Büros liegt ein würziger Duft, den die Angestellten nur wahrnehmen, wenn sie aus dem Urlaub zurückkehren. Besucher aber inhalieren hier tief – Anis, Pfeffer, Piment? Die Hartkorn Gewürzmühle hat für jede Speise und jede Laune das passende Gewürz am Start. Seit mehr als 100 Jahren sorgt das Koblenzer Familienunternehmen für Pep auf dem Teller – und das mittlerweile in vierter Generation. Im Rahmen seiner Sommertour in der parlamentarischen Sitzungspause machte der Koblenzer CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Oster nun Station in den duftenden Räumen der Gewürzmühle und schnupperte sich durch die Aromen von Chili, Currys und Co.
Gut 600 köstliche Gewürzmischungen werden in dem 2018 neu gebauten Firmensitz in Mülheim-Kärlich kreiert und verarbeitet. Während in den geräumigen Hallen Döschen, Deckel und aromatische Kräuter durch Röhren fliegen, kann man im Flur noch eine historische, mannshohe Mahlmaschine im Originalzustand betrachten. „Nur die Farbe wurde mittlerweile angepasst“, erklärt Inhaber und Geschäftsführer Dr. Andreas Hartkorn seinem Gast schmunzelnd. Die Mühle strahlt, passend zum auffälligen Firmenlogo, in Hartkorn-Rot.
Es war Andreas Hartkorns Ur-Großvater Josef, der im Jahr 1920 in Koblenz Neuendorf die Firma „J. Hartkorn und Sohn“ gründete – eine Firma, die nicht nur die Wirren des Zweiten Weltkrieges überstehen, sondern auch den feindlichen Übernahmeversuchen eines deutschen Gewürzgroßkonzerns in der jüngeren Vergangenheit trotzen sollte. Heute steht Hartkorn als ein stabiler und herausragender Vertreter deutscher Gewürzmühlen am Markt. Was das Unternehmen besonders macht, ist das Vollsortiment aus hochwertigen Rohstoffen ohne Zusätze verbunden mit dem „Aroma-Tresor“, den Dosen aus recyceltem Aluminium. Auch spezielle Serviceleistungen sind einzigartig in der Branche. Gemeinsam mit seinem engagierten Team aus annähernd 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt Andreas Hartkorn immer wieder innovative Ideen. Wie jüngst die Kooperation mit dem Koblenzer Musiker Thomas Anders.
„Anders sein als die anderen“ war schon die erklärte Devise des Firmengründers. Und auch in den Abläufen ist im Vergleich zu den Anfängen heute so einiges anders. „Früher griff mein Vater zum Telefon und fragte den Lieferanten: Ist die Ware gut?“, erzählt Hartkorn. Die kritische Nachfrage „Ist sie wirklich gut?“ zusammen mit dem oft jahrelangen, persönlichen Vertrauensverhältnis zu den Lieferanten garantierte die Qualität von Salzen, Beeren, Kräutern und Blüten. Heute durchläuft jeder Rohstoff einen Spezifikations-Marathon, in dem überprüft wird, wie hoch der jeweilige Anteil an Wasser, ätherischen Ölen oder zum Beispiel die Konzentration von Pieperin ist, dem Scharfmacher im Pfeffer. „Dazu wird jede Charge überprüft“, erklärt Hartkorn. Manche Gewürze werden für mehrere Wochen in einer Art Schleuse zwischengelagert und mehrfach beprobt, um auszuschließen, dass etwa ungewollte Tiere oder Ähnliches mitgeliefert wurden. Erst dann geht’s zur Weiterverarbeitung. Weitere strenge Hygienevorschriften sorgen für allerhöchste Standards.

Text und Fotos: Michaela Cetto
Bilder: Bei einem Besuch in der Hartkorn Gewürzmühle in Mülheim-Kärlich schnupperte sich der Koblenzer Bundestagsabgeordnete Josef Oster (links) durch das Bouquet von Hunderten Gewürzen. Inhaber und Geschäftsführer Dr. Andreas Hartkorn führte den Politiker durch die „heiligen Hallen“.


