Lahn | 30. Juni 2026 | (ww). Große Verwirrung haben gestern Abend gleich zwei Meldungen zur Lahnschifffahrt ausgelöst. Der „BEN-Kurier“ hatte zunächst gemeldet, dass die „Aurelia“ nach Informationen der Redaktion „inzwischen wieder abgemeldet worden“ sei . „Als Grund wird ein technischer Defekt genannt“. Eine offizielle Bestätigung dazu lag zum Veröffentlichungszeitpunkt noch nicht vor, heißt es im Artikel. Bereits in den vergangenen Tagen sei laut BEN-Kurier am Anleger ein Hinweis angebracht worden, „dass die Fahrten bis auf Weiteres ausfallen. Nach den Informationen des BEN-Kurier wird es aktuell keine weiteren Fahrten der Aurelia mehr geben, meldete die Online-Plattform weiter und orakelte: „Ob dies bereits das Aus für die Personenschifffahrt auf der Lahn (gemeint ist: von Bad Ems aus, die Red.) bedeutet, ist (…) allerdings noch offen. Der BEN-Kurier hatte auch den Betreiber um eine Stellungnahme „zu den Hintergründen und der Zukunft der Aurelia“ gebeten, diese lag aber ebenfalls zum Veröffnetlichungszeitpunkt noch nicht vor.
Mittlerweile war aber gestern Abend in der 56aktuell-Redaktion eine Pressemitteilung des Eigners der Aurelia eingegangen, die eigentlich über Hintergründe informieren sollte, jedoch für weitere und noch weiter reichende Irritationen sorgte:
Aus aktuellem Anlass haben die AURELIA Flussfahrten aus Sicherheitsgründen für Gäste und Schiff entschieden, das Fahrgastschiff AURELIA bis auf Weiteres aus der Fahrt zu nehmen. Das Schiff hatte mit seinen 95 cm Tiefgang am vergangenen Wochenende mehrere kleinere Grundberührungen – bei einer vom WSA angegebenen Fahrtiefe der Lahn von 1,60 m hätte es diese nicht geben dürfen. Gemeinsam mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) wird der Sachverhalt nun untersucht, um anschließend wieder einen reibungslosen Betrieb auf der Lahn gewährleisten zu können.
Das und weitere Aussagen erreichen über Stadtbürgermeister Oliver Krügel auch den BEN-Kurier. Die Online-Plattform korrigiert dann ihren oben zitierten Artikel aufgrund der bis dahin vorliegenden Informationen…
Nach Informationen von Stadtbürgermeister Oliver Krügel liegt der Grund nicht am Schiff selbst. Krügel habe die Information nach eigenen Angaben vom Betreiber erhalten. Demnach sei die „Aurelia“ bei der letzten Fahrt nach Obernhof mehrfach auf Grund geschrammt, weil die Tiefe der Lahn an mehreren Stellen nicht ausgereicht habe. Laut Betreiberangaben wolle das Schifffahrtsamt nun zügig ausbaggern, damit die notwendige Fahrrinne wiederhergestellt werden kann. Wann die „Aurelia“ ihren Betrieb aufnehmen kann, hängt nach aktuellem Stand davon ab, wie schnell diese Arbeiten umgesetzt werden. Von einem bestätigten Ende der Lahnschifffahrt kann damit derzeit nicht gesprochen werden. Klar ist aktuell lediglich: Der Betrieb ruht, bis die Voraussetzungen für sichere Fahrten auf der Lahn wieder erfüllt sind.
Kein Ausbaggern nötig, die meisten „Fehltiefen“ sind „alte Bekannte“
