Für Katastrophen gerüstet: Koblenzer Studenten schaffen praktische Lösungen

Amateurfunkgruppe an der Hochschule Koblenz absolviert Notfunkübung

by Christin Maus

Koblenz | 26. September 2022 | Während im Untersuchungsausschuss und dem zuständigen Innenministerium auch 14 Monate nach der Flutnacht noch diskutiert, dementiert und vor allem parteipolitisch argumentiert wird, schaffen Koblenzer Studenten praktische Lösungen. Die Amateurfunkgruppe an der Hochschule Koblenz hat jetzt eine Notfunkübung durchgeführt. Ziel war zu sehen, welchen Beitrag die Amateurfunkgruppe zur Unterstützung im Krisenfall leisten kann. Die Ereignisse bei der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr hätten gezeigt, wie wichtig eine Funkkommunikation sei und dass auch das so genannte BOS-Netz, schnell an seine Grenzen komme, heißt es. Bei dem BOS- Netz handelt es sich um das Netz von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) wie Feuerwehr, Rettungsdienst, Technisches Hilfswerk (THW) und Polizei.

Geprobt wurde das Szenario „Blackout in Koblenz und Umgebung“, bei dem eine Kommunikation via Handy oder die Nutzung des Internets wegen des fehlenden Stromes nicht möglich ist. #Anders sieht das beim Amateurfunk aus, da die mobilen Notfunkstationen aus den eigenen Kraftfahrzeugen der Funkamateure versorgt werden konnten. Die Station an der Hochschule Koblenz lief ebenfalls im Batteriebetrieb, allerdings solargepuffert. Ziel der Übung war es, zunächst die Kommunikation von zentralen Punkten im Umkreis von etwa 30 Kilometern um Koblenz sicherzustellen. Das sei den Teilnehmer in der gut zweistündigen Übung in fast allen Punkten gelungen, so die Hochschule. Aber die Übung zeigte den Amateurfunkern auch auf, wo sich noch Schwachstellen befinden und was es zu verbessern gilt. In einem zweiten Schritt sollen die „Funklöcher“ ausgelotet und bestimmt werden. Für dies werden aber noch Zusatzgeräte benötigt, damit dies möglichst automatisiert erfolgen kann.

Derzeit gibt es an der Hochschule Koblenz laut Arno Herz, Leiter der Amateurfunkgruppe, 12 notfunkfähige Systeme, die einen regionalen Bereich von rund 30 km abdecken können. Des Weiteren stehen noch mobile und stationäre Funkgeräte für Kurzwelle bereit, die deutschlandweit und bei Bedarf europaweit funktionieren. Und außerdem befinden sich bei den Mitgliedern der Amateurfunkgruppe K32 Mittelrhein mehr als 40 weitere Endgeräte zu Hause, die für diesen Zweck genutzt werden können.

Wer sich für die Amateurfunkgruppe interessiert, soll gerne mal bei der Hochschule vorbeikommen. Denn die Amateurfunkgruppe sei nicht nur eine technisch-wissenschaftliche Gruppe, sondern auch offen für Alle. Wer direkt einsteigen will, kann an einem kostenfreien Online-Kurs zur Vorbereitung auf das Amateurfunkzeugnis teilnehmen, den die Amateurfunkgruppe wieder anbietet und der am 19. Oktober 2022 beginnt.

Quelle: PM Hochschule Koblenz

Foto: Amateurfunkgruppe

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