Koblenz-Pfaffendorf | 13. Juli 2023 | (ww). Zu einem Dachstuhlbrand wurde die Berufsfeuerwehr Koblenz heute um kurz nach 12 Uhr nach Pfaffendorf zu einem leerstehenden Haus in die Bienhornstraße alarmiert. Vor Ort stellte sich heraus, dass ein historisches Gebäude, der so genannte „Hof von Umbscheiden“, das Einsatzziel war. Glücklicherweise brannte (noch) nicht der Dachstuhl, sondern es handelte sich wohl um einen seit Stunden schwelenden Brand in einer Geschossdecke. Aber noch viel wichtiger: leerstehend war das Gebäude schon gar nicht – ein laut Einsatzkräften vor Ort „dem Obdachlosen-Milieu“ zuzuordner Mann wurde durch Rauchgase verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der Schwelbrand an sich war schnell gelöscht – zum Glück. Nicht auszudenken was ein Vollbrand in der für Fahrzeuge zu engen Straße für Auswirkungen hätte haben können. Ein Einsatz der Drehleiter jedenfalls wäre nicht möglich gewesen – „so was wäre sehr mühevolle Handarbeit“, heißt es aus den Reihen der Berufsfeuerwehr, deren Einsatzkräfte bei den aktuellen Temperaturen täglich Außerordentliches leisten. Beim Eintreffen der Feuerwehr waren Fenster und Türen des Gebäudes im Erdgeschossbereich zugenagelt, der Zugang musste erst aufgebrochen werden.
Der Hof von Umbscheiden
Wie alt das einst wohl eindrucksvolle Gehöft wirklich ist, ist unklar. Historisch belegbar ist eine Erwähnung im 17. Jahrhundert. Anfang des 18. Jahrhundert ging der ursprünglich viel größere Hof durch Hochzeit an Johann Georg von Umbscheiden, Berater des Kurfürsten von Trier, über. Der Mann aus einflussreicher Familie heiratete Maria Margarethe Jacobi von Ehrencron aus der Familie der ursprünglichen Eigentümer. Später ging der Besitz auf deren Sohn Franz-Joseph (von) Umbscheiden über, der wiederum war im 18. Jahrhundert „kurkölnischer Hofrat und Stadtschultheiß von Koblenz sowie Generaleinnehmer“. 1739 wurde sein Gesuch um Erweiterung seines Adelstitels um den Namen seiner Mutter „von Ehrencron“ durch Kaiser Karl VI. genehmigt.
Heute leider nur noch in erbärmlichen Zustand erhalten ist das vierstöckige ehemalige Wohnhaus des Hofs an der Bienhornstraße und ein ehemaliges Mühlengebäude, das aber wohl nicht lange als solche genutzt wurde. Ursprünglich war es wohl so, dass Wasser des Bienhornbachs über den heute noch vorhandenen gemauerten Bogen in die Mühle geleitet wurde. Dieser jetzt zum Schutz vor herabfallenden Steinen mit Holz verkleidete und abgestützte Bogen ist jetzt der „Eingang zum Bienhorntal“.
Quelle: Internetrecherche / Kirmeszeitung Horchheimer Kirmesgesellschaft / Genealogie online





