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plötzlicher tod

    Lahnstein | 14. Juni 2023 | (ms). Sehr plötzlich und unerwartet war der langjährige Kamerad und Oberlöschmeister der Feuerwehr Lahnstein, Stefan Specht, am 8. Juni verstorben. In einem Nachruf verabschiedete sich nun die Freiwillige Feuerwehr Lahnstein sowie die Kameraden der Altersabteilung von ihrem langjährigen Kameraden und Freund.  

    Specht wurde 1964 in Nassau an der Lahn geboren und lebte seit 1970 in Lahnstein. Der gelernte Bäcker arbeitete seit 1988 bei der Spielbank Bad Ems, wo er viele Jahre Betriebsrat und Mitglied der Tarifkommission war. Stefan Specht war seit seinem Eintritt in die Jugendfeuerwehr im Jahre 1980 mit zahlreichen Aufgaben innerhalb der Feuerwehr betraut. Bei der Kreisausbildung wurde er zum Truppmann und Truppführer, zum Maschinisten und zum Sprechfunker ausgebildet. Als Sprechfunker nahm er an einigen Fachlehrgängen teil und weil er schon immer sehr an Feuerwehrhistorie interessiert war, besuchter er auch Fortbildungslehrgänge für Feuerwehrchronisten beim Landesfeuerwehrverband Brandenburg und ließ sich auch für die Pressearbeit und das Fotografieren ausbilden – die Feuerwehrhistorie wurde nicht nur seine Leidenschaft, sondern auch seine Hauptaufgabe.  

    Die wechselvolle Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Lahnstein mit den beiden Wachen Nord und Süd, deren Anfänge bis ins Jahr 1872 zurückreichen, hatte ihn schon immer fasziniert. Er setzte sich zum Ziel, bis zum großen Jubiläum „150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Lahnstein“ im Jahr 2022 eine Chronik zu schreiben, die die geschichtliche Entwicklung und Bedeutung der Lahnsteiner Feuerwehr detailgenau beschreibt und mit vielen Fotos und Dokumenten belegt. An dieser Chronik arbeitete er rund drei Jahre, besuchte etliche Archive in mehreren Bundesländern, sprach mit Zeitzeugen und band seine Kameraden und Kameradinnen akribisch in seine Arbeit mit ein. Auch fand der begeisterte Chronist Unterstützer und Sponsoren für sein Projekt und musste laut eigener Aussage “ziemlich vielen Leuten öfter auf den Wecker” gehen. Rückblickend betrachtet war das alles mit Erfolg gekrönt. Denn als sein Buch im Sommer letzten Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war die gesamte Lahnsteiner Wehr sehr stolz auf ihren Kameraden und auf dessen Buch, das auf 364 reich bebilderten Seiten neben der Lahnsteiner Feuerwehr auch die Entwicklung des Feuerlöschwesens der Region beleuchtet und dessen erste Auflage bereits ausverkauft ist. 

    Neben seiner Tätigkeit in der Feuerwehr Lahnstein war die Philatelie (Briefmarkenkunde) sein großes Hobby. Bereits 1980 trat er dem Philatelistenclub Rhein-Lahn bei und war von 2008 bis zur Auflösung des Vereins auch dessen Vorsitzender. Außerdem betätigte er sich auch in der Sammlergilde St. Florian und in der Motivgemeinschaft Feuerwehr im Bund Deutscher Philatelisten und war dort auch Redakteur des Rundbriefes „Der Feuermelder“. 

    Nachdem er vierzig Jahre lang aktiver Feuerwehrmann war, beendete er im vergangenen Jahr den aktiven Feuerwehrdienst und trat der Altersabteilung der Wache Nord bei, wo er sich sofort sehr aktiv mit einbrachte. Er brachte einige Ideen mit, die man in nächster Zeit noch gemeinsam mit ihm realisieren wollte. Sein plötzlicher Tod hat all dies nun verhindert. Er hinterlässt seine Frau und einen erwachsenen Sohn, der ebenfalls schon einige Jahre bei der Lahnsteiner Feuerwehr aktiv ist.  

    Quelle und Foto: Feuerwehr Lahnstein 

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