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Willi Willig

    Stadtbürgermeister hält Rede bei Neujahrsempfang in Bad Ems

    Bad Ems | 19. Januar 2025 | (ww). Mit einem feierlichen Neujahrsempfang im Marmorsaal ist die Stadt Bad Ems am vergangenen Freitag gemeinsam mit mehr als 200 Gästen aus Politik, Ehrenamt, Vereinen, Wirtschaft und Bürgerschaft in das neue Jahr gestartet.  Für den sehr ansprechenden, abwechslungsreichen und kurzweiligen musikalischen Rahmen sorgte die „Lahn Sin(n)fonie“ aus Nassau.

    Der Abend war geprägt von Anerkennung für herausragendes Engagement, von nachdenklichen wie ermutigenden Worten zur aktuellen Lage – und von spürbarer Zuversicht für die kommenden Monate. Er begann mit einem Besuch der Sternensingergruppe in Begleitung von Regine Canz und dem Segen für alle Gäste. In seiner anschließenden Neujahrsrede betonte Stadtbürgermeister Oliver Krügel, dass es gerade in herausfordernden Zeiten Zutrauen in die eigenen Stärken, Vertrauen in
    demokratische Prozesse und den Mut brauche, Dinge aktiv anzugehen. Bad Ems sei eine Stadt mit großem Potenzial, getragen von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Ehrenamtlichen. „Wir dürfen uns nicht kleinreden. Wir können etwas – als Stadt, als Gesellschaft und als Kommune“, so Krügel.

    Neben dem Rückblick auf das vergangene Jahr gab der Stadtbürgermeister auch einen konkreten Ausblick auf 2026 und benannte zentrale Vorhaben für Bad Ems. Er verwies auf die kürzlich eröffnete neue Kita Römergarten, für die am 21. Februar ein Tag der offenen Tür geplant ist, sowie auf die weiteren Schritte rund um das Alte Rathaus, das er als „besonders dickes Brett“ bezeichnete. Krügel erläuterte die Beweggründe des Stadtrats für eine umfassende Sanierung: Während eine reine Dachsanierung bereits Kosten von deutlich über zwei Millionen Euro verursachen würde – ohne gesicherten Fördermittelanteil und ohne zusätzlichen Nutzen für die Stadtgesellschaft –, ermögliche eine Gesamtsanierung mit einer ersten Kostenschätzung von rund 13 Millionen Euro bei einem städtischen Eigenanteil von etwa 15 Prozent, also ebenfalls rund zwei Millionen Euro, den vollständigen Erhalt und eine neue Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes. Für einen vergleichbaren Eigenanteil entstehe damit nicht nur ein neues Dach, sondern ein funktional und baulich vollständig saniertes Gebäude in der Kernzone des UNESCO-Welterbes, das den Bürgerinnen und Bürgern über Generationen hinweg zugutekomme. „Wenn wir von privaten Eigentümern Verantwortung einfordern, müssen wir selbst mit gutem
    Beispiel vorangehen“, machte Krügel deutlich. Diese Ausführungen wurden von den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern mit zustimmendem Beifall aufgenommen und unterstrichen die breite Zustimmung zu der dargestellten Argumentation.

    Darüber hinaus sprach der Stadtbürgermeister über weitere Verkehrs- und Infrastrukturmaßnahmen sowie Projekte zur Stärkung der Stadtentwicklung und Aufenthaltsqualität. Besonders hob er das Vorhaben eines Vollsortimenters auf der Wipsch hervor: „Wir wollen in diesem Jahr Genehmigungsreife erreichen“, zeigte sich Krügel optimistisch. Ein zentraler Bestandteil des Abends war anschließend die Ehrung von Menschen und Initiativen, die sich in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben.

    „Musikalisches Rahmenprogramm“ auf höchstem Niveau begeisterte

    Nur von einem „musikalischen Rahmenprogramm“ zu sprechen, würde der Darbietung der mehr als 40 Musikerinnen und Musikern  der Lahn-Sin(n)fonie Nassau unter der Leitung von Kay Gutjahr nicht gerecht. Das Orchester begeisterte mit seinem abwechslungsreichen Programm die Gäste und sorgte für „standing ovations“ mit lang anhaltemdem Applaus. Das Repertoire führte von „Arsenal“ von Jan Van der Roost, einem bekannten Werk für große sinfonische Blasorchester, das auch als Konzertmarsch welt bekannt ist über  „Cassiopeia“  von Carlos Marques, das als monumentaler Konzert-Klassiker mit Elementen aus Mythologie und Filmmusik den Mythos der eitlen Königin Cassiopeia musikalisch erzählt. Genauso, beeindruckend und echt mitreißend aber auch die „Lahn-Sin(n)fonie“-Variante von 80-er Jahre Kultklassikern wie zum Beispiel „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang,  „1000 und 1 Nacht (Zoom!)“ von Klaus Lage und „Tausendmal du“ von der Münchner Freiheit. Als Zugabe hatte das 2011 gegründete sinfonische Blasorchester noch eine „Blue-Brothers Revue im Gepäck, die Publikum endgültig von den Stühlen holte. Mehr zur „Lahn-Sin(n)fonie“ gibt es hier. 

    Ehrung für Zivilcourage und herausragende Jugendarbeit im Vereinssport

    Drei Männer bei einer Preisverleihung im festlichen Saal.
    Daniel Jores (Mitte im Bild) mit Laudator Birk Utermark (rechts) und Stadtbürgermeister Oliver Krügel

    Für Zivilcourage und herausragende Jugendarbeit im Vereinssport wurde Daniel Jores, Erster Vorsitzender des VfL Bad Ems, ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Beigeordneter Birk Utermark. Der VfL Bad Ems genieße weit über die Stadt- und Verbandsgemeindegrenzen hinaus einen exzellenten Ruf für seine vorbildliche Jugendarbeit. Mit über 120 Kindern und Jugendlichen in sechs Jugendmannschaften sowie einer Bambini-Mannschaft würden hier sportliche Ausbildung, Wertevermittlung, Integration und Inklusion konsequent miteinander verbunden. Besondere Bedeutung erhielt die Ehrung durch das couragierte Handeln von Daniel Jores nach einem schweren Vorfall bei einem D-Jugendspiel im April 2025. Nachdem Erwachsene massiv die Grenzen des sportlich Vertretbaren überschritten hatten
    und es zu einem tätlichen Angriff auf eine Schiedsrichterin kam, übernahm Jores Verantwortung. Er suchte konsequent den Dialog – mit der betroffenen Schiedsrichterin, den beteiligten Vereinen, dem Fußballverband, der Polizei sowie den zuständigen Gremien auf Kreis- und Verbandsebene – und setzte klare Zeichen gegen Gewalt im Sport. Stadtbürgermeister Oliver Krügel hob besonders hervor, dass der Vorschlag für diese Ehrung vom TuS Singhofen kam – jenem Verein, der in dem damaligen Spiel die Schiedsrichterin gestellt hatte. Dies sei ein bemerkenswertes Zeichen des fairen und respektvollen Miteinanders und stehe exemplarisch für die gute Zusammenarbeit innerhalb der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau.

    Ehrung für den Erhalt und die Pflege des örtlichen Brauchtums
    Drei Männer bei einem Neujahrsempfang in einem eleganten Raum.
    Rainer Goldschmitt (Mitte im Bild) mit Laudator Frank Ackermann (rechts) und Stadtbürgermeister Oliver Krügel

    Die Auszeichnung für den Erhalt und die Pflege des örtlichen Brauchtums erhielt Rainer Goldschmitt. In seiner Laudatio würdigte der Erste Beigeordnete Frank Ackermann einen Menschen, der Gemeinschaft nicht nur beschreibt, sondern über Jahrzehnte hinweg aktiv gestaltet hat. Goldschmitt ist ein echtes Bad Emser Urgestein. Sein Engagement reicht vom Sport über die Kommunalpolitik bis tief hinein in das Vereinsleben der Stadt. Über 67 Jahre war er aktives und überaus erfolgreiches Mitglied im Tennisclub Bad Ems mit mehr als 100 Turniersiegen. Politisch brachte er sich viele Jahre in der Freien Wählergemeinschaft ein und arbeitete engagiert im Bauausschuss des Stadtrates mit. Sein Herz schlägt jedoch besonders für den Karneval. Seit 1984 ist Goldschmitt eine feste Größe in der Bad Emser Karnevalsgesellschaft. 1985 stand er gemeinsam mit seiner Ehefrau Angelika als Prinz Karneval auf der Bühne, 2008 folgte ein legendärer Auftritt als Jungfrau im ersten und bislang einzigen Dreigestirn der EKG. Zahlreiche hohe Auszeichnungen belegen sein außergewöhnliches Wirken. Bis heute ist er einer der Ersten, wenn es im Kurhaus gilt, mit anzupacken – zuverlässig, motivierend und mit großer Vorbildwirkung für Jung und Alt.

    Ehrung für außergewöhnliches und prägendes ehrenamtliches Engagement
    Drei Männer bei einer Veranstaltung in Bad Ems, einer hält eine Urkunde.
    Wilhelm Augst (Mitte im Bild) mit Laudator Bernd Geppert (rechts) und Stadtbürgermeister Oliver Krügel

    Für sein außergewöhnliches und prägendes ehrenamtliches Engagement wurde Wilhelm Augst geehrt. Die Laudatio hielt Beigeordneter Bernd Geppert. Augst lebt seit 1967 in Bad Ems und hat über Jahrzehnte hinweg Verantwortung für seine Heimatstadt übernommen. Ab 1980 war er über lange Zeit Mitglied des Stadtrates und brachte sich dort engagiert, sachorientiert und verlässlich in zahlreiche Ausschüsse ein. Darüber hinaus war er Gründungsmitglied der Amnesty-Gruppe Koblenz, engagierte sich über viele Jahre in der Arbeiterwohlfahrt, initiierte das „Stadtgespräch“ und war Mitgründer des Fördervereins der Ernst-Born-Schule. Ein besonderer Schwerpunkt seines Wirkens ist die Bürgerstiftung Bad Ems. Diese gründete Wilhelm Augst im Jahr 2010 gemeinsam mit dem ehemaligen Stadtbürgermeister Ottmar Canz. Nach dem Tod des Mitbegründers führt Augst seit nunmehr zehn Jahren als Erster Vorsitzender die Geschicke der Stiftung mit großem persönlichem Einsatz und prägt deren Arbeit bis heute maßgeblich. Stadtbürgermeister Oliver Krügel betonte, dass Augst auch in den vergangenen Jahren nicht müde geworden sei, weiter Verantwortung zu übernehmen
    und sich aktiv einzubringen – ein eindrucksvolles Beispiel für gelebtes Ehrenamt über Generationen hinweg.

    Herausragende bürgerschaftliche Initiative des Jahres
    Drei Personen bei einer Preisverleihung in Bad Ems.
    Lydia Lehmann (Mitte im Bild) und Peter Meuer (rechts) - stellvertretend für die Handwerker-Crew - nahmen die Urkunde und Präsente von Stadtbürgermeister Oliver Krügel entgegen

    Als herausragende bürgerschaftliche Initiative des Jahres wurde die Aktion Betreuter Taubenschlag ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Stadtbürgermeister Oliver Krügel. Initiiert wurde das Projekt von Lydia Lehmann, die mit Beharrlichkeit, Überzeugungsarbeit und großem persönlichem Einsatz den Anstoß für eine nachhaltige Lösung gab. Maßgeblich umgesetzt wurde der Taubenschlag durch das handwerkliche Engagement von Alex Michel, Peter Meuer und Sascha Meuer. Die drei Handwerker investierten gemeinsam über 200 ehrenamtliche Arbeitsstunden in Planung, Bau und Umsetzung des Projekts. Krügel dankte darüber hinaus ausdrücklich den hiesigen Unternehmen Heuchemer, Trappehl und Hermani, die das Bürgerprojekt konkret unterstützt und damit gezeigt hätten, dass lokale Wirtschaft und ehrenamtliches Engagement in Bad Ems zusammengehören. Ebenso sprach er der Bürgerstiftung Bad Ems, dem Staatsbad Bad Ems, dem städtischen Bauhof sowie den mittlerweile rund zehn ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern seinen Dank aus, die sich bis heute täglich um Fütterung, Pflege und Sauberkeit kümmern und den laufenden Betrieb des Taubenschlags sichern.

    Für einen der heiteren Momente des Abends sorgte der Stadtbürgermeister selbst: Mit augenzwinkernder Offenheit berichtete Oliver Krügel, dass Peter Meuer zugleich sein Schwiegervater sei. Umso bemerkenswerter sei es, dass für den Bau des Taubenschlags über 200 ehrenamtliche Arbeitsstunden investiert wurden, während das Treppenhaus in der eigenen Immobilie des Stadtbürgermeisters bis heute noch nicht fertiggestellt sei – dieses private Projekt sei zugunsten des Taubenhauses bewusst zurückgestellt worden. Die Anekdote sorgte für langanhaltendes, herzliches Lachen im Marmorsaal. In seiner Würdigung betonte Krügel abschließend: „Was wir heute würdigen, ist mehr als ein Bauwerk. Wir würdigen vorausschauendes Denken, gelebten Tierschutz, ehrenamtliches Engagement und eine Stadtgesellschaft, die Probleme nicht verdrängt, sondern gestaltet.“ Die Aktion sei ein Musterbeispiel dafür, wie Bad Ems mit absehbaren Entwicklungen umgehe – frühzeitig handeln, Verantwortung übernehmen und gemeinsam Lösungen finden, bevor Probleme größer werden.
     
    Im Anschluss klang der Neujahrsempfang bei einem Sektempfang aus, musikalisch begleitet vom Jazz-Duo Get Over Keys. Noch lange nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Austausch und zu persönlichen Gesprächen. Der Neujahrsempfang 2026 zeigte eindrucksvoll, wie viel Engagement, Verantwortungsbewusstsein und Zuversicht in Bad Ems stecken – und machte Mut für ein gemeinsames, starkes Jahr. Quelle: PM Stadt Bad Ems und eigene Eindrücke vor Ort / Fotos. Thomas Heuchemer

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