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    Nastätten | 26. Oktober 2023 | (ww). Zwei 19 bzw. 21-jährige Jugendliche sind am Samstagabend gegen 21 Uhr auf dem Nastätter Oktobermarkt brutalst zusammengeschlagen und -getreten worden. Mindestens einer der beiden heranwachsenden Täter hat nach übereinstimmenden Aussagen eines Opfers, von Zeugen und der späteren ärztlichen Diagnose dabei einen spitzen Metallhammer als Waffe eingesetzt. Warum es zu dem Gewaltdelikt kam, ist bislang ungeklärt. Warum es dazu immernoch keine Pressemeldung der Polizei gibt und nur auf Nachfrage, auch noch offenbar unterschiedliche Informationen durch die zuständige Polizeidienststelle gegeben werden, wirkt – vor allem auf die beiden Opfer und deren Familien – zermürbend.

    Was ist passiert?

    Der 19-jährige J. und der 21-jährige N. sind zum Oktobermarktbesuch in Nastätten. „Ein Bier trinken, mal schauen was los ist“, schildern sie später. In der Nähe des „Fliegenden Teppichs“ auf dem unteren Fahrgeschäftsplatz am Mühlbach passiert es „plötzlich und wie aus dem Nichts“: J. steht hinter seinem Kumpel N., dann kommt ein Rempler von hinten, ein dumpfer Schlag und er geht zu Boden. Den ersten Tritt gegen den Kopf spürt er noch, „dann gehen kurz die Lichter aus“.

    Klar – zum Beginn einer solchen Schlägerei ist das EINE Seite der Schilderung, die Schilderung der anderen Seite liegt der Redaktion nicht vor. Warum die Schlägerei – oder muss man es Überfall nennen? Schließlich fehlen später Bankkarte, Handy und eine BaseCap – beginnt, ist bis jetzt offen. Später heißt es aus der zuständigen Polizeiinspektion, es werde „in alle Richtungen ermittelt“, es könne durchaus sein, dass J. und N. Beschuldigte im Verfahren werden“ man könne noch nicht sagen wer die Auseinandersetzung begonnen habe – für die Familie unfassbar und nicht nachvollziehbar. Für uns als Berichterstatter auch – denn unstrittig und mittlerweile durch einen Arzt bestätigt wurde der erste „dumpfe Schlag“ mit einem Hammer geführt.

    Der Beamte, den 56aktuell am Dienstagmorgen am Telefon erreicht, war selbst nicht vor Ort, macht sich aber anhand des Protokolls der Kollegen ein Bild und ruft zurück. Ja, ein Hammer kam zum Einsatz. Ja, das sei gefährliche Körperverletzung.  Warum jemand auf einem Volksfest einen Hammer dabei habe, sei schon mehr als seltsam. Ja, das wäre ihm auch unerklärlich, warum es in so einem Fall keine Pressemeldung gäbe – eventuell hänge das ja damit zusammen, dass es nur leichte Verletzungen gab.

    Leichte Verletzungen von mehreren Hammerschlägen gegen die Körper und sogar gegen N´s Kopf? Tritte gegen den Kopf von J., nach denen man noch Tage später das Muster der Fußsohlen erkennen kann? Kraterförmige Dellen in der Haut, wo der Hammer getroffen hat? Dem 56aktuell-Reporter kommt das seltsam vor, anderen „Medien“, die den Online-Zeugenaufruf in den sozialen Medien der Familie von J. ebenfalls  gesehen hatten, offenbar nicht. 56aktuell jedenfalls nimmt Kontakt zu der Familie auf, zu viele Fragen werfen die Informationen auf Nachfrage auf. Noch mehr Fragen ergeben sich aber aus den Schilderungen der Opfer und den Protokollen aus dem Krankenhaus bzw erst recht aus denen von zahlreichen Arztbesuchen in den Folgetagen und den Meldungen erster Zeugen.

    Entgegen der oben zitierten sehr oberflächlichen Darstellung hat der beauftragte Security-Dienst nach Darstellung der beiden Opfer – denn das sind sie nach einer erneuten 56aktuell Nachfrage am Mittwoch „eindeutig, die beiden muutmaßlichen Täter sind festgestellt“, so die Aussage aus der zuständigen Polizeiinspektion am Telefon – zunächst gar nichts unternommen, es sei auf das Eintreffen eines offenbar vorgesetzten Mitarbeiters gewartet worden, erst dann sei eingegriffen worden. Auch ein angeblich erfolgter Transport zum Krankenhaus hat nicht stattgefunden, J. und N. haben das Nastätter Krankenhaus nach eigenen Angaben zu Fuß aufgesucht. Warum dort aber trotz Angabe der kurzfristigen Bewusstlosigkeit nach einem Schlag mit einem Hammer, keine weiteren Maßnahmen eingeleitet wurden oder Überweisungen stattgefunden haben, wird auch durch die später weiter behandelnden Ärzte als bedenklich kommentiert, so die Familie. Lediglich ein doppelter Bruch in einem Finger von J. wird geschient, die Platzwunde am Kopf von N. versorgt.

    Was die Opfer nicht wissen: zu diesem Zeitpunkt hat die Polizei die beiden Täter schon festgestellt. Bei einem der beiden wird auch die Tatwaffe gefunden, das Handy von J. liegt vollkommen zerstört auf einem Bushäuschen, Kappe und Bankkarte bleiben bis jetzt verschwunden. Zahlreiche Hinweise haben die 56aktuell-Redaktion bis jetzt erreicht – unter anderem ein Foto, dass einen der beiden Täter zeigen soll – in einem Linienbus, vermummt mit Hammer posend. Andere Fotos zeigen den jungen Mann beim Martial-Arts-Training, oder auch vermummt mit Ketten posend auf seinem Instagram-Account.

    „Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet“, heißt es aus der Polizeidienststelle. Dafür kann jeder Hinweis wichtig sein. Wer am Samstagabend Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Vorfall in Nastätten gemacht hat, soll sich bitte mit der Polizei in St.Goarshausen in Verbindung setzen.

     

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