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    Simmern | 17. Dezember 2022 | (ms). Nach drei Jahren Laufzeit wurde Ende Oktober das Elektro-Dorfauto-Projekt im Rhein-Hunsrück-Kreis vorerst für beendet erklärt – aber auch nur vorerst. Denn das Mobilitätsprojekt, bei dem Bürgerinnen und Bürger auf einen Fahrzeugpool von sieben E-Dorfautos zugreifen konnten, stieß in der Bevölkerung auf großes Interesse und großen Zuspruch. Dieser wurde im Laufe des Projektes sogar so groß, dass die ehemalige Verbandsgemeinde Simmern ein zusätzliches E-Fahrzeug bereitgestellt hatte. Insgesamt konnten die Dorfautos an 32 verschiedenen Standorten erprobt werden und E-Mobilität “erfahren” und die gemeinsame Nutzung eines Autos ausprobiert werden. Zwar begann fast zeitgleich mit dem Projektstart auch die Corona-Pandemie, dennoch übertraf die Nutzung der Dorfautos von Anfang an die Erwartungen. Insgesamt wurden in den drei Projektjahren die acht E-Dorfautos mit einer Gesamtfahrleistung von über 500.000 km bei rund 10.300 Einzelfahrten von den Bürgerinnen und Bürgern genutzt. Die durchschnittliche Fahrstrecke betrug 51 km je Buchung. Im Durchschnitt wurden die Autos damit 1,23 Mal pro Tag gebucht und bewegt. Ein Vorreiter-Projekt, das bereits nach kurzer Zeit das Interesse in anderen Landkreisen weckte. So zog beispielsweise auch der Kreis Mayen-Koblenz nach und stellte den Bürgern ebenfalls acht E-Dorfautos zur Verfügung. Aber auch einzelne Gemeinden wie zum Beispiel Illerich im Kreis Cochem-Zell haben inzwischen nach dem Vorbild des Rhein-Hunsrück-Kreises Dorfautos angeschafft. Ebenfalls auffällig: Die E-Fahrzeuge wurden von Seiten der Bürger zu den unterschiedlichsten Zwecken genutzt, die der ganzen Bandbreite der üblichen Nutzungszwecke im ländlichen Raum entsprechen. Der Projektzeitraum war dabei sehr bewusst in der erhofften Markthochlaufphase für E-Autos in Deutschland geplant. So gab es im Rhein-Hunsrück-Kreis zum Projektstart gerade einmal 167 reine Elektroautos. Zum Projektende 2022 waren es bereits 1.312 zugelassene Stromer – Tendenz steigend.

    Das erklärte Ziel des Projektes war es von Beginn an, dass nach einer erfolgreichen Testphase ein dauerhafter Dorfautos-Betrieb eingerichtet werden soll, bei dem die Gemeinden und Städte, welche eigene E-Autos betreiben wollen, vom Landkreis einen Betriebskostenzuschuss für 24 Monate erhalten. Aktuell liegen der Verwaltung bereits Zusagen für insgesamt neun E-Dorfautos von der Stadt Boppard und weiteren Gemeinden vor. Das größte Problem derzeit: Die langen Lieferzeiten von bis zu eineinhalb Jahren. Derzeit rechne man frühestens im 2. Quartal mit der Inbetriebnahme der neuen, leistungsstärkeren Dorfautos 2.0, so Landrat Volker Boch. Gemeinsam mit Klimaschutzmanager Frank-Michael Uhle rief Boch nun auch noch einmal alle Gemeinden im Landkreis dazu auf, sich am “E-Dorfauto-Projekt 2.0” zu beteiligen.  

    Quelle und Foto: PM Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück-Kreis 

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