Wasenbach | 24. Oktober 2025 | Willi Willig. Zu einem größeren Einsatz wurden gestern Abend viele Einheiten der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Diez und der Region gerufen. Rund fünf Stunden dauerte schließlich der Einsatz für bis zu 70 Kräfte, der um 18.12 Uhr mit der Alarmierung zu einem Nebengebäudebrand bei Wasenbach begann.
Beim ersten Alarm wurden die Einheiten Wasenbach, Steinsberg, Diez-Freiendiez und Schönborn (aus der Nachbar-VG Aar-Einrich, wegen der räumlichen Nähe) alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war schnell klar: der Einsatz würde weit größer werden, als die Alarmierung erwarten ließ. Mehrere Hallen und Container in einem stillgelegten Steinbruch standen in Flammen. Insgesamt erwarteten die Einsatzkräfte drei Brandstellen in zwei ungefähr 200 Meter auseinanderliegenden Bereichen des alten Steinbruchs der Basaltunion, so Sebastian Kuhmann, Einsatzleiter am gestrigen Abend. Zügig erfolgte die Nachalarmierung der Einheiten Birlenbach-Fachingen, Holzappel (Waldbrandlöschfahrzeug mit 3000 Litern Wasser) , Isselbach und Cramberg und auch aus dem rund 30 Fahrminuten entfernten Bad Ems wurde der Gerätewagen Atemschutz des Landkreises hinzugezogen, sowie in einem weiteren Nachalarm weitere Atemschutzgeräteträger aus den Einheiten Laurenburg, Isselbach und Cramberg. Der Grund: durch die extremen Windverhältnisse „stand“ der Rauch im gesamten Kessel des vor rund 10 bis 15 Jahren geschlossenen und als „Lostplace“ beliebten Steinbruchs – Atemschutz war also nicht nur an den Brandstellen selbst erforderlich, sondern im weiten Umkreis.
Doch noch zwei weitere Herausforderungen erwarteten die Ehrenamtlichen: die Zufahrt zum alten Steinbruch ist mit Findlingen gegen unbefugte Nutzer mit Kraftfahrzeugen versperrt und eine Wasserversorgung vor Ort im Sinne eines Hydrantennetzes existiert natürlich nicht. Die Findlinge führten zu langen und kraftzehrenden Anmarschwegen für die Einsatzkräfte mit ihrem Material und Gerät. Die Wasserversorgung erfolgte zunächst über das mitgeführte Wasser in den Löschfahrzeugen und lange Schlauchleitungen, deshalb auch die Nachalarmierung des Waldbrandlöschfahrzeugs mit 3000 Litern Wasser, danach zusätzlich über Wasser aus einem Teich, das mittels zweier TS8-Pumpen ins Löschwassernetz eingespeist wurde. Dabei versorgte eine Pumpe die Einsatzstelle an der alten Waage wo das Wiegegebäude, Container und eine Halle in Flammen standen, die andere versorgte die Einsatzkräfte an der rund 200 Meter entfernt gelegenen weiteren in Brand stehenden Halle mit Löschwasser.
Dass in einem so lange still liegenden Steinbruch ohne jede Stromversorgung ein Feuer kaum durch etwas anderes als Brandstiftung ausbrechen kann, scheint auf der Hand zu liegen. „Das kann man nachvollziehen, dass da über Brandstiftung spekuliert wird“, hält sich Sebastian Kuhmann vorsichtig zurück. Die Ermittlungen der Polizei zur Brandursache laufen, ob sich verwertbare Spuren finden lassen und wie hoch der Sachschaden in dem stillgelegten Betrieb zu bewerten ist, ist offen.
Parallel zum Großeinsatz wurde die Feuerwehr Diez-Freiendiez übrigens noch zu einem weiteren Einsatz alarmiert, einer Türöffnung für den Rettungsdienst. Da das dazugehörige Türöffnungsmaterial auf dem, zu diesem Zeitpunkt bereits in Wasenbach gebundenen HLF verlastet war, wurde zur Unterstützung mit Material und Personal die Einheit Altendiez nachalarmiert. Und: heute Morgen gegen 7.50 Uhr war auch im ehemaligen Steinbruch bei Wasenbach noch einmal ein Einsatz für Nachlöscharbeiten erforderlich. An einigen Stellen sorgten noch nicht vollständig abgelöschte Glutnester für ereute Rauchentwicklung. „Damit haben wir gerechnet. Das komplette Ablöschen hätte in der Nacht schweres Gerät erfordert und war an einigen Stellen, zum Beispiel durch vom Brand verformte Container und teilweise eingestürzte Dächer nicht ohne Gefahr machbar. Da das Gelände aber ein relativ geschlossener Bereich in dem Steinbruch und durch den Brand am Vorabend schon um die Einsatzstellen die Vegetation abgebrannt war sowie ein Schaumteppich aufgebracht, war da kein Risiko für ein eventuelles Übergreifen wieder aufflackernder Kleinbrände“, erklärt Kuhmann.
Fotos: Feuerwehr Diez-Freiendie





