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    Betzdorf | 1. Februar 2024 | (ww). Gestern gegen 11.30 Uhr kam es im Stadtgebiet von Betzdorf zu einem größeren Polizeieinsatz. Vor Ort war von einer unklaren Lage im Zusammenhang mit einer möglichen Messerstecherei, bzw. Messerattacke zu hören. Die Polizeidirektion Neuwied veröffentlichte eine recht zurückhaltende Pressemeldung:

    Die Situation konnte durch den Einsatz starker Kräfte der Polizei Betzdorf in wenigen Minuten aufgeklärt und bereinigt werden. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit. Die weiteren Ermittlungen wurden durch die Kriminalinspektion Betzdorf übernommen und dauern noch an. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat einen Pressevorbehalt ausgesprochen. Es wird daher gebeten von weiteren Nachfragen an die Polizei abzusehen und sich unmittelbar an die Staatsanwaltschaft Koblenz zu wenden.

    Auf Nachfrage gab die Staatsanwaltschaft nun Details bekannt:

    Zwischen einem 28-Jährigen und seiner Freundin kam es gestern in der gemeinsamen Wohnung in Betzdorf zu einer zunächst verbalen Auseinandersetzung, weil die Frau die Beziehung beenden wollte. Da sich der Beschuldigte weigerte, die Wohnung zu verlassen, rief die Frau eine Freundin und deren 25-jährigen Bruder an, um ihr zu helfen. Nachdem diese eingetroffen waren und vergeblich versucht hatten, den Beschuldigten zum Verlassen der Wohnung zu bewegen, soll der 28-jährige unvermittelt ein Messer gezogen und dem 25-Jährigen drei Mal in den Bauch gerammt haben. „Wobei er zumindest billigend in Kauf nahm, den Mann tödlich zu verletzen. Dieser und die beiden Frauen setzten sich nun zur Wehr, wobei die Frauen ebenfalls leicht verletzt wurden. Schließlich gelang es ihnen, den Beschuldigten aus der Wohnung zu schieben und die Tür zu schließen“, so Oberstaatsanwalt Thorsten Kahl. Der Beschuldigte verließ dann das Haus, die Verletzten verständigten über Notruf die Polizei. Der Beschuldigte konnte kurze Zeit später festgenommen werden. Der angeforderte Rettungshubschrauber wurde nicht benötigt; der Verletzte wurde mittels Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

    Der 25 Jahre alte Verletzte erlitt drei Stichwunden im Bauchbereich und eine Schnittwunde am Handgelenk, wodurch eine Arterie durchtrennt wurde. Er wurde intensiv-medizinisch versorgt; sein Zustand ist stabil. Die beiden Frauen erlitten oberflächliche Schnittwunden an den Händen und Prellungen. Der Beschuldigte wurde heute dem Haftrichter in Koblenz vorgeführt, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erließ und die Untersuchungshaft anordnete.
    Nach den bisherigen Ermittlungen besteht gegen den Beschuldigten der dringende Verdacht des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, vorsätzlicher Köperverletzung und versuchter Nötigung.

    Quelle: Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft Koblenz

    Foto: Aylin Kamrath / wirSiegen.de

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